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China-Kompetenz als Zukunftsaufgabe für Berufsbildung und Forschung

13.07.2026

Beim China-Tag Ruhr Niederrhein 2026 diskutierte GOVET mit Akteuren aus Forschung und Wirtschaft, welche Rolle China-Kompetenz, Mobilität und internationale Berufsbildungszusammenarbeit für Kooperationen mit China spielen.

Dr. Hannelore Kress auf dem Panel beim China-Tag mit mehreren anderen Personen
China-Tag Ruhr-Niederrhein 2026: Im Fokus standen Kooperation, Kompetenzaufbau, Mobilität und Transfer zwischen Deutschland und China.

Beim China-Tag Ruhr Niederrhein 2026 diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen, wie Kooperationen mit China verantwortungsvoll gestaltet werden können. Für GOVET nahm Hannelore Kress an der Podiumsdiskussion teil und brachte die Perspektive der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit ein.

Unter dem Titel „Innovationsmarkt China: Kooperation, Kompetenz, Transfer“ stand am 7. Juli an der Ruhr-Universität Bochum die Frage im Mittelpunkt, welche Kompetenzen für erfolgreiche bilaterale Kooperationen erforderlich sind. Veranstaltet wurde der China-Tag vom China-Kompetenznetzwerk für den Wissenschaftsstandort Ruhr Niederrhein, C-NET RNR, in Kooperation mit der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung e. V.

China zählt heute zu den dynamischsten Innovationsstandorten weltweit. In Bereichen wie Künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, Batterietechnologie, 5G, Automatisierung und moderner Fertigung hat sich das Land vom Produktionsstandort zum Technologie- und Innovationstreiber entwickelt. Kooperationen mit China bleiben daher wichtig, sind aber komplexer geworden. Sie erfordern fundierte Kenntnisse über wirtschaftliche, politische, kulturelle und technologische Rahmenbedingungen sowie einen reflektierten Umgang mit Fragen des Wissensschutzes, des Technologietransfers und des De-Risking.

Berufliche Bildung kann eine Brückenfunktion übernehmen: Sie verbindet wirtschaftliche Zusammenarbeit mit praktischer Qualifizierung, Fachkräftesicherung und institutionellem Austausch.

Dr. Hannelore Kress, Teamleiterin Bilaterale Kooperationen

Gleichzeitig wurde deutlich, dass China-Kompetenz im deutschen Bildungs- und Berufsbildungssystem bislang nur punktuell verankert ist. Angebote bestehen als Zusatzqualifikationen, etwa im Bereich „Asienkauffrau/Asienkaufmann“, nicht jedoch als flächendeckendes Systemangebot. Für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit ergeben sich daraus wichtige Ansatzpunkte: China- und Asienkompetenz sollten stärker in Aus- und Weiterbildung integriert werden, insbesondere in Berufen mit Bezug zu Außenhandel, Logistik, Industrie, Elektromobilität, Maschinenbau, IT und kaufmännischen Tätigkeiten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Attraktivität von Mobilität mit China. Austauschformate für Studierende und Auszubildende sind ein wichtiger Weg, um China-Kompetenz praktisch zu erwerben und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Seit der Pandemie sind die Mobilitätszahlen jedoch rückläufig. Damit stellt sich die Frage, wie Aufenthalte, Austauschprogramme und Kooperationen mit chinesischen Partnern künftig wieder attraktiver, sicherer und stärker an den Bedürfnissen junger Menschen sowie der Berufsbildung ausgerichtet werden können.

Der China-Tag zeigte: Wer Kooperationen mit China gestalten will, braucht Fachwissen, interkulturelle Kompetenz und Risikobewusstsein – in der Forschung ebenso wie in der Berufsbildung. Internationale Mobilität kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um China z.B. über Summerschools erfahrbar zu machen und jungen Menschen die Region näher zu bringen.