Kasachstan: Online-Veranstaltung bringt Berufsbildungspartner aus beiden Ländern zusammen
09.03.2026
Mehr als 100 Teilnehmende aus Deutschland und Kasachstan kamen am 3. März 2026 online zusammen, um neue Wege der Zusammenarbeit in der Berufsbildung zu erkunden.
Wo ergeben sich konkrete Anknüpfungspunkte zwischen Berufsbildungseinrichtungen beider Länder und wie können daraus tragfähige Partnerschaften entstehen? Genau darauf zielt die zwischen dem Bildungsministerium Kasachstans (Ministry of Education, MoE) und dem deutschen Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) vereinbarte Zusammenarbeit ab und diese Fragen standen auch im Zentrum des Online-Meetings.
Austauschformate für echte Begegnungen
Die zentralasiatische Republik orientiert sich stärker an einem dualen Modell und treibt ihren Entwicklungsprozess entschlossen voran. Eine engere Einbindung von Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Impuls kommt auch aus der Wirtschaft: In Kasachstan sind inzwischen mehr als 700 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung aktiv.
Diskutiert wurden neben möglichen Austauschformaten und Finanzierungsperspektiven auch sehr praktische Fragen, die für echte Begegnungen entscheidend sind wie etwa Visabestimmungen und die sprachliche Verständigung zwischen den Teilnehmenden. Ein wichtiges Ziel sind zudem direkte Austauschformate für Auszubildende ebenso wie für Ausbildende und Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer.
Den politischen Rückenwind für konkrete nächste Schritte unterstrichen unter anderem der Botschafter der Republik Kasachstan, Nurlan Onzhanov, sowie die kasachische stellvertretende Bildungsministerin Shinar Akparova. Auf deutscher Seite bekräftigte Referatsleiter Stefan Schneider (BMBFSFJ) das Interesse an einem lebhaften Austausch.
Neun Berufscolleges stellten sich vor – und setzten direkt Impulse für Kooperationen
Besonders greifbar wurde die Zusammenarbeit in den Präsentationen der teilnehmenden kasachischen Berufscolleges. Sie stellten ihre Ausbildungsportfolios vor: von Bergbau und Schweißen über Mechatronik, Kfz-Mechatronik und IT bis hin zu Bau und Landwirtschaft. Die Resonanz war spürbar positiv: Mehrere vielversprechende Kontakte entstanden direkt im Nachgang – auch weil auf deutscher Seite zahlreiche Bildungsanbieter und Einrichtungen aus der Berufsbildung vertreten waren.
Einen kompakten Überblick zum Stand der Berufsbildung und zu weiteren Reformschritten gab zudem Tulesov Ashkat Kairatovich vom Center for Applied Research (TALAP). Er betonte die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Berufsbildung vor dem Hintergrund der grünen Transformation und traf dabei auf große Zustimmung aus dem Kreis der Teilnehmenden. Das Online-Treffen diente der Vernetzung und dem Austausch und der gemeinsamen Erhebung des Status quo – und kann so zum Ausgangspunkt für eine vertiefte deutsch-kasachische Zusammenarbeit in der Berufsbildung werden.