BP:
 

Griechenland

Griechenland

Das Wichtigste auf einen Blick

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

  • Gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem griechischen Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten, um einen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland zu leisten, die Weiterentwicklung des Griechischen Modells der Berufsausbildung zu fördern und voneinander zu lernen
  • Deutschgriechische bilaterale Arbeitsgruppe
  • Zeitraum: Langjährige Zusammenarbeit in der Berufsbildung; laufende Zusammenarbeit neu seit 2017 und aktuell geplant bis 2021

 

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Wirtschaft mangelt es an gut ausgebildeten Fachkräften
  • Nachhaltige Reduzierung der hohen Jugendarbeitslosigkeit
  • Geringes Ansehen der Berufsbildung

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Weiterentwicklung des Griechischen Modells der Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt, so dass es nachhaltig dazu beitragen kann Jugendliche adäquat auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen.
Lokaler Partner: Griechisches Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Strategie der  Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (2019)
  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (erste Absichtserklärung: 2012; aktuelle Absichtserklärung: 2017)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe (seit 2013)
  • Auftrag an folgende regierungsnahe Einrichtungen (seit 2013): GOVET/BIBB
  • Förderrichtlinie des BMBF zur „Internationalisierung der Berufsbildung“, administriert durch DLR-Projektträger

 

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Bundesinstitut für Berufsbildung
Ziel der Zusammenarbeit: Das Projekt EXPOVET (Erasmus Plus) zielt darauf, eine Fortbildungsmaßnahme im Bereich Außenhandel auf dem Qualifikationsniveau EQF 6 zu konzipieren, die in Griechenland, Bulgarien und Rumänien umgesetzt wird.
Lokale Partner: Das Projekt wird von der Aristoteles Universität (Thessaloniki) geleitet. Weitere Projektpartner sind: Greek International Business Association, Euricon Consultants, Association of Economic Universities of South-East Europe & Black Sea Area (ASECU), University of National and World Economy (UNWE) in Bulgarien, Bucharest University of Economic Studies in Rumänien sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Zeitraum: Laufzeit zwei Jahre (Projektende 2020)

Deutsch-Griechische Versammlung (DGV)
Ziel der Zusammenarbeit: Im Mittelpunkt der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV) steht die konkrete Zusammenarbeit zwischen deutschen und griechischen Kommunen, Regionen und Bürgern. Die Bewältigung der sich unmittelbar aus der kommunalen Praxis aufdrängenden Probleme steht im Vordergrund.
Lokaler Partner: DGV
Link zur Kooperation


GOVET (im Auftrag des BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Weiterentwicklung des Griechischen Modells der Berufsausbildung ist im Rahmen der deutsch-griechischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung z.B. durch die Anfertigung von Machbarkeitsstudien fachlich unterstützt.

Die Machbarkeitsstudien beschäftigen sich mit der Möglichkeit der Einführung betrieblicher Ausbildungsstrukturen in Griechenland. Jede der fünf Studien der ersten Welle (2013/14) war ein Gemeinschaftsprodukt von einem deutschen und einem griechischen Partner. Für die Studien untersuchten die fünf Projektpartner-Teams zunächst die wirtschaftliche Lage und die Fachkräftesituation von unterschiedlichen Branchen (Transport und Logistik, erneuerbare Energieerzeugung, energieeffizientes Bauen und Sanieren, Tourismus und Hotellerie, produzierendes Gewerbe). Anschließend identifizierten sie Bedingungen und Potenziale für den Aufbau einer Berufsbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Aus den Studien sind Konzepte zur Umsetzbarkeit von betrieblichen Ausbildungsmodellen sowie Netzwerke aus mehr als 100 Unternehmen und Institutionen entstanden, die sich im Rahmen von Pilotprojekten betrieblicher Ausbildung einbringen möchten. Eine sechste Studie im Landwirtschaftsbereich ist im Jahr 2017 fertiggestellt worden.

GOVET unterstützt die deutsch-griechische Kooperation ferner durch die Einbringung von fachlicher Expertise u.a. durch Rückgriff auf das im Bundesinstitut für Berufsbildung vorhandene Fachwissen.

Lokaler Partner: Griechisches Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten
Zeitraum: 2013 – 2021
Link zur Zusammenfassung der Machbarkeitsstudien

Wirtschaft und Gewerkschaften

DEKRA Akademie
Das BMBF förderte von 2013 bis 2018 ein erstes Pilotprojekt betrieblicher Ausbildung im Bereich Tourismus (Mentoring Dual International – MENDI), das von der DEKRA Akademie koordiniert wurde. Zielsetzung des Pilotprojekts war es, exemplarisch aufzuzeigen, dass die Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher durch die Einführung von Elementen arbeitsplatzorientierten Lernens deutlich verbessert werden kann. Ein weiteres Ziel war der Aufbau einer Berufsfachschule, die im Tourismusbereich langfristig Qualifizierungen im Aus-und Weiterbildungsbereich anbietet. Mit Förderung des BMBF baute die DEKRA Akademie in Kooperation mit der TUI-Tochter Robinson Club sowie der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer (DGIHK) in Athen Qualifizierungen nach deutschem Vorbild an den Standorten Athen und Heraklion (Kreta) auf.

Die dreijährige Ausbildung ist in Fachunterricht und Fachpraxis gegliedert. In jedem Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden vier Monate lang in einer Berufsfachschule und für die praktische Ausbildung acht Monate in einem Betrieb.

Im Herbst 2016 beendeten 61 Auszubildende ihre Ausbildung in den Berufen Koch/Köchin, Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau. 82 weitere Auszubildende in den gleichen Berufen schlossen ihre Ausbildung im Herbst 2017 ab.

Link zur Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit
Link zum Projekt
Link zur aktuellen Ausbildung in der Tourismus- und Gastronomiebranche

Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer (DGIHK)
Die Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer (DGIHK) war Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis Ende September 2018 geförderten VETnet-Projekts. Das Ziel des VETnet-Projekts war es, vor Ort dauerhaft duale Berufsbildungselemente zu etablieren, welche die lokalen Berufsbildungssysteme zu einer höheren Beschäftigungswirksamkeit hin verändern. Die Handelskammer agiert dabei als lokale Anlaufstelle für an dualer Berufsausbildung interessierten Unternehmen und Auszubildenden. Ein duales Pilotvorhaben mit dem griechischen Eisenbahn-Dienstleister ROSCO und OAED-Berufsschulen, das jungen Menschen eine technische Ausbildung ermöglicht, ist im Jahr 2017 erfolgreich gestartet.

Link zum Projekt
Link zur aktuellen Ausbildung in der Tourismus- und Gastronomiebranche

Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP e.V.)
Das über die Förderrichtlinie des BMBF ermöglichte Projekt GRAEDUCATION wird vom Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP e.V.) koordiniert. Weitere Partner auf deutscher Seite sind das Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster (HBZ), die Wissenschaftspark GmbH Gelsenkirchen und die Deutsch-Griechische Industrie und Handelskammer (DGIHK). GRAEDUCATION verfolgt einen co-kreativen Ansatz, mit dem am Modell umwelttechnischer Berufsbilder neue Dienstleistungen für die berufliche Bildung in Griechenland entwickelt werden sollen. Konkret geht es u.a. um Berufsorientierung, die Weiterentwicklung bestehender Berufsbilder und die Schulung von betrieblichen Ausbildern.

Link zum Projekt

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das bfw – Unternehmen für Bildung arbeiteten im Rahmen des Projektes Unions4VET seit 2015 daran, Gewerkschaften aus Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Portugal und der Slowakei im Bereich Berufsbildung zu stärken und so zu einer Qualitätsverbesserung der beruflichen Bildung in Europa und speziell in den aufgezählten Ländern beizutragen. Das Projekt Unions4VET wurde vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es setzte auf einen intensiven Austausch zwischen den Ländern, die im Jahr 2017 um Costa Rica und Südafrika ergänzt wurden. Das Projekt organisierte u.a. einen Austausch der südeuropäischen Partnerländer Griechenland, Italien und Portugal, um gemeinsam an den Herausforderungen der südeuropäischen Gewerkschaften zu arbeiten und Lösungsansätze zu diskutieren, um die Berufsbildung (aus gewerkschaftlicher Perspektive) zu verbessern. Zwei der durchgeführten Workshops fanden in Athen statt.

Link zum Projekt

Nichtregierungsorganisationen

Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)
Ein Schwerpunkt der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Athen ist das Thema Bildung und Beschäftigung. Der Arbeitsschwerpunkt ist eine Reaktion auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Der Arbeitskreis „Bildung und Beschäftigung“ der FES Athen versteht sich als kritischer Impulsgeber für die öffentliche Debatte. Im Rahmen von Publikationen und Veranstaltungen beschäftigt sich dieser mit Themen der „youth guarantee“, der deutsch-griechischen Kooperation in der Berufsbildung, sowie der Förderung junger Unternehmer/-innen. Die Mitglieder des Arbeitskreises, nationale Entscheidungsträger/-innen, Gewerkschafter/-innen, Wissenschaftler/-innen und internationale Expert/-innen sowie Vertreter/-innen von Arbeitgeberverbänden, rücken diese Themen ins öffentliche Bewusstsein und geben Politikempfehlungen und Anstöße für Reformvorhaben.

Wirtschaft

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)/ Kopf (nominal): 17.219 Euro (2018); aktuelle Prognosen gehen von einer Steigerung auf 18.616 Euro im Jahr 2020 aus (Vergleich Deutschland: 40.852 Euro (2018); Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Wirtschaftswachstum (Bruttoinlandsprodukt, Veränderung in %, real): 1,9 (2018); aktuelle Prognosen gehen von einem Wachstum von 2,2 in 2019 aus (Vergleich Deutschland: 1,4 (2018) und 0,5 (2019); Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Staatsverschuldung (% des BIP, brutto): 181,1 (2018) (Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Ausgaben für Forschung und Entwicklung (% des BIP): 1,0 (2016) (Vergleich Deutschland: 2,9 (2016); Quelle: Germany Trade and Invest)


Gesellschaft

  • Durchschnittslohn (Euro, brutto): Der griechische Durchschnittslohn liegt im Jahr 2017 bei 933 Euro (Vergleich Deutschland: 3.326 Euro (2017); Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Arbeitslosenquote: 19,3% (2018); aktuelle Prognosen gehen von 16,8% in 2020 aus (Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Jugendarbeitslosenquote: mit 38,8 % (April 2019) ist Griechenland das am stärksten von Jugendarbeitslosigkeit betroffene Land der Mitgliedsstaaten der EU (Quelle: Statista)


Staat

Regierung will

  • das griechische Berufsbildungssystem weiterentwickeln
  • die hohe Jugendarbeitslosigkeit verringern

Ministerien hauptsächlich für Berufsbildung zuständig:

  • Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten
  • Arbeitsministerium


Berufsbildungssystem

Das griechische Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten ist verantwortlich für den Bereich der beruflichen Bildung. Das Berufsbildungssystem Griechenlands ist traditionell schulisch organisiert und wird zentralstaatlich gesteuert. Voraussetzung für den Zugang zu einer beruflichen Erstausbildung ist ein erfolgreicher Abschluss der 9-jährigen Pflichtschule, die sich in die sechsjährige Primarschule und das dreijährige (griechische) Gymnasium unterteilt. In der sich anschließenden Sekundarstufe II (Altersgruppe 15-18) können die Jugendlichen zwischen dem Weg eines allgemeinbildenden Lyzeums (entspricht der deutschen gymnasialen Oberstufe mit Abitur) und zwei Angeboten der beruflichen Bildung wählen.

Ein Ausbildungsweg ist der des dreijährigen beruflichen Lyzeums (EPAL), das zur fachgebundenen Fachhochschulreife führt und zum Studium in Fachhochschulen berechtigt. Die Berufsausbildung in den EPAL-Lyzeen erstreckt sich über drei Jahre und findet sowohl in Tageslyzeen als auch in Abendlyzeen statt. Mit dem Abschluss des EPAL wird das EQF-Niveau 4 erreicht. Nach drei Jahren schulischer Bildung besteht nach der Reform des Bildungsgesetzes von September 2013 die Möglichkeit, ein 9-monatiges freiwilliges Praxisjahr im Betrieb zu absolvieren. Mit dessen Abschluss wird das EQF-Niveau 5 erreicht. Des Weiteren können EPAL-Absolventinnen und –Absolventen einen höheren Berufsbildungsabschluss an einem Berufsbildungszentrum einer Universität absolvieren. Diese Möglichkeit wurde in 2018/2019 gesetzlich geschaffen. Der Abschluss ist ebenfalls auf EQF-Niveau 5 angesiedelt.

Alternativ zum EPAL können Jugendliche nach dem Abschluss des ersten Jahres einer EPAL-Schule oder einer allgemeinbildenden Schule die praxisnähere zweijährige Berufsschule (EPAS) besuchen. Die EPAS sind der Arbeitsagentur OAED unterstellt, die wiederum unter dem Arbeitsministerium agiert. Mit dem Abschluss der EPAS wird das EQF-Niveau 4 erreicht. Daran kann ein Weiterbildungsabschluss an den Berufsausbildungsinstituten (IEK) angeschlossen werden, der zweieinhalb Jahre dauert. Der dort erworbene Abschluss ist auf EQF-Niveau 5 angesiedelt.

Neben den dargestellten höheren Berufsbildungsabschlüssen gibt es spezielle Institute beispielsweise für Theater- oder Tanzschulen, die den fachlichen Ministerien unterstehen. Die angebotenen Programme haben keine Standarddauer, sondern variieren zeitlich. Sie führen im Regelfall ebenfalls zu EQF-Niveau 5.


Herausforderungen für die Berufsbildung

  • Berufsbildungssystem an die Bedarfe des Arbeitsmarktes anzupassen
  • Ausbildungsbereitschaft bei Unternehmen zu fördern (trotz schwierigem Wirtschaftsklima)
  • Image der Berufsbildung zu verbessern
  • Inhaltliche Ausgestaltung der Praxisphasen
  • Geschultes Ausbildungspersonal zu erhalten
  • Lernen in Berufsschulen und Unternehmen aufeinander abzustimmen

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

Bildung

weiterlesen

Wirtschaft

weiterlesen

Allgemeine Informationen

weiterlesen

Nachrichten/Artikel/Studien

weiterlesen

Deutsches Engagement/Kooperationen

weiterlesen

Berufsbildung

weiterlesen
Erster deutsch-griechischer Girls' Day
Dienstag, 18. Juni 2019

Erster deutsch-griechischer Girls' Day

Am 10. Juni 2019 fand der erste deutsch-griechische Girls‘ Day im Stavros-Niarchos-Kulturzentrum in Athen statt. Thomas Rachel, PSt BMBF, und Maria Karamesini, Direktorin OAED, eröffneten das Berufsorientierungs-Event.

weiterlesen
BMBF-Staatssekretär zu Besuch in Griechenland
Dienstag, 4. September 2018

BMBF-Staatssekretär zu Besuch in Griechenland

Staatssekretär im BMBF Dr. Thomas Rachel traf sich am 18. Juli mit dem Minister und Vizeminister für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten, Konstantinos Gavroglou und Dimitrios Baxevanakis. Thema war die Zusammenarbeit in der Berufsbildung zwischen Griechenland und Deutschland.

weiterlesen