BP:
 

Malaysia

Malaysia

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

  • Zurzeit besteht keine formale bilaterale Berufsbildungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Malaysia
  • Deutschland unterhält mit Malaysia intensive Wirtschaftsbeziehungen. Malaysia steht als Handelspartner für Deutschland seit vielen Jahren mit Singapur an der Spitze der ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen) Staaten
  • Es besteht eine kulturelle Zusammenarbeit im Bildungsarbeit und der Spracharbeit

 

Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • Fachkräftemangel
  • Geringes Ansehen von  Berufsbildung
  • Vielfältigkeit der Ausbildungsprogramme

Bundesressorts

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Skills Experts – Programm (auch in Bosnien-Herzegowina, Indonesien, Kroatien, Nordmazedonien und Vietnam)


Ziele der Zusammenarbeit:

  • Fachkräfte für deutsche Unternehmen im Ausland ausbilden und sichern


Lokale Partner:

  • AHK-Malaysia


Maßnahmen:

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Malaysischen Industrie- und Handelskammer:

  • Qualifizierung lokaler Arbeitskräfte im mittleren Qualifikationssegment durch eine bedarfsgerechte betriebliche Ausbildung
  • Aufbau von Aktivitäten im Bereich der Berufsausbildung entsprechend den Bedürfnissen deutscher Unternehmen

 

Zum Projekt beim BMWK

Zum Projekt in der GOVET-Projektdatenbank

Nichtregierungsorganisationen

Carl Duisberg Centren (CDC)

  • Die Carl Duisberg Centren sind seit 1992 in der Kooperation mit Malaysia aktiv
  • Zu ihren Hauptaktivitäten im Berufsbildungsbereich gehören Qualifizierungskurse für Lehrer an Polytechnischen Schulen, Berufsbildungs- und Industrieausbildungszentren, Fortbildungsprogramme für leitende Mitarbeiter von Ministerien und öffentlichen Verwaltungen sowie Fortbildungsprogramme für Mitarbeiter des Erziehungs- und Wissenschaftsministeriums.
  • Die Angebote beinhalten auch in der Regel einen mehrmonatigen Aufenthalt in Deutschland

Zur Seite des CDC Malaysia

 

German-Malaysian Institute (GMI)

  • Die Berufsschule GMI wurde 1992 gegründet und bis ca. 2011 vom BMZ gefördert
  • Mittlerweile ist das GMI vollständig von Malaysia finanziert und betrieben, wobei die GIZ noch einen Sitz im Aufsichtsrat hat.
  • Das GMI bietet verschiedene Ausbildungen in technischen Berufen an.
  • Neben traditionellem „Klassenunterricht“ bietet das GMI auch eine praktische Ausbildung an meist von deutschen Unternehmen gestifteten und zum Teil hochmodernen Maschinenparks und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern im Rahmen von Projektarbeiten die Möglichkeit, eigene Werkstücke und Maschinen herzustellen.

Zum GMI

 

Deutsch-Malaysische Industrie- und Handelskammer

  • Die Deutsch-Malaysische Industrie- und Handelskammer bietet verschiedene duale Ausbildungen an, unter anderem für die Berufe Speditionskaufmann*frau und Mechatroniker*in.
  • Die Auszubildenden rotieren zwischen betrieblicher Ausbildung für 6-18 Wochen und dem anschließenden Lernen in einem zertifizierten Ausbildungszentrum für 3-8 Wochen bei einer Kombination aus 30 % theoretischem und 70 % praktischem Unterricht.
  • Zusätzlich begann die AHK Malaysia 2016 mit der Ausbildung der Ausbilder-International (AdA-International). Betriebliche Ausbilder in Malaysia werden nach der deutschen Ausbildung-der-Ausbilder-Verordnung (AEVO) ausgebildet

Zur Berufsbildungsseite der AHK-Malaysia

Wirtschaft

  • United Nations Human Development Index: 2020: Der Human Development Index von Malaysia beträgt 0,81. Das entspricht dem Rang 62 von 189 Ländern (Quelle: UNDP)
  • BIP je Einwohner in US $ (GDP per capita in US $): 2018: 11.380; 2019: 11.433; 2020: 10.412; 2021: 11.371 (Quelle: Worldbank)
  • Veränderung des realen BIP zum Vorjahr (GDP growth annual): 2017: 5,8 %; 2018: 4,8 %; 2019: 4,4 %; 2020: -5,6 %; 2021: 3,1 % (Quelle: Worldbank)
  • Inflationsrate (GDP deflator annual): 2017: 3,8 %; 2018: 0,6 %; 2019: 0,1 %; 2020: -0,8 %; 2021: 5,7 % (Quelle: Worldbank)
  • Hauptbranchen (Anteil an nominaler Bruttowertschöpfung): 2020: Bergbau/Industrie 32,2 %; Handel/Gaststätten/Hotels 20,2 %; Transport/Logistik/Kommunikation 9,8 %; Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft 8,3 %; Bau 4,1 %; Sonstige 25,4 % (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Importländer: 2021:  China 23,2 %; Singapur 9,5 %; Taiwan 7,6 %; USA 7,6 %; Japan 7,5 %;  (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Exportländer: 2021: China 15,5 %; Singapur 14 %; USA 11,5 %; Hongkong SVR 6,2 %; Japan 6,1 % (Quelle: GTAI)

Gesellschaft

  • Einwohnerzahl: 2021: 32,78 Millionen (Quelle: Worldbank)
  • Bevölkerungswachstum: 2021: 1,3 % (Quelle: Worldbank)
  • Altersstruktur: 2020 (geschätzt): 0-14 Jahre: 26,8 %; 15-24 Jahre: 16,63 %; 25-54 Jahre: 40,86 %; 55-64 Jahre: 8,81 %; 65 Jahre und älter: 6,9 %(Quelle: World Fact Book)
  • Alphabetisierungsrate (15 Jahre und älter): 2019: 95 % (Quelle: Worldbank)
  • Arbeitslosenquote: 2020: 4,5 % (Quelle: Ilostat)
  • Jugendarbeitslosenquote: 2020: 12 % (Quelle: Ilostat) 
  • Jugendliche, die sich nicht in nicht in Arbeit, Schul- oder Berufsausbildung befinden (NEET): 2020: 13,6 % (Quelle: Ilostat)

 

Staat

  • Das Bildungsministerium (Ministry of Education MoE) ist für die TVET Programme der Sekundarschulen, sowie für TVET Entwicklung und Curricula verantwortlich
  • Das Ministry of Higher Education ist verantwortlich für TVET-Programme an Universitäten sowie an Polytechnischen- und Community-Colleges
  • Das Ministerium für Jugend und Sport (Ministry of Youth and Sports) bietet verschiedene TVET-Programme (industrial skill training programmes) in Trainingszentren an
  • Das Ministry of Human Resources ist verantwortlich für Industrial Training Institutes (ITI’s) und bietet verschiedene nicht-formale TVET Programme an.
  • Das National Vocational Training Council (NVTC) untersteht dem Ministry of Human Resources. Es erstellt und koordiniert Berufsbildungsstrategien und -programme

Quelle: UNESCO UNEVOC. 2019. TVET Country Profile. Malaysia.

Berufsbildungssystem

  • Berufsbildung in Malaysia kann nach sechs Jahren allgemeinbildender Grundschule gewählt werden.
  • Es gibt viele verschiedene Anbieter beruflicher Bildung


Öffentliche Einrichtungen:

  • Berufliche Grundbildung (ISCED 2) kann im dreijährigen PAV Programm (Pendidikan Asas Vokasional / Basic Vocational Education) erworben werden. Nach abgeschlossenem PAV können die Schüler*innen an Skill Taining Instituten weitere Zertifikate erwerben oder in den Arbeitsmarkt einsteigen
  • Nach der unteren Sekundarstufe der allgemeinbildenden Schulen und dem Bestehen der unteren Sekundarstufenabschlussprüfung können zwei verschiedene Berufsbildungszweige an Technichen Schulen und anderen TVET Einrichtungen gewählt werden (ISCED 3)
  • Nach der oberen Sekundarstufe können Schüler*innen, die den Schulabschluss SPM (Malaysian Certificate of Education) erworben haben, verschiedene nicht-universitäre Berufsausbildungen an Community Colleges, Polytechnischen Einrichtungen oder dem Malaysia Technical University Network (MTUN) beginnen. Die Programme dauern zwischen zwei und fünf Jahren und schließen mit Zertifikat oder Diplom ab (ISCED 4).
  • TVET Programme im tertiären Bereich können mit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Malaysian Higher School Certificate, STPM) an Universitäten des MTUN begonnen werden (ISCED 5-8).


Private und weitere Institutionen die dem Malaysischen Qualifikationsrahmen folgen:

  • Berufsbildung auf verschiedenen Stufen, zwei- bis fünfjährige Programme
  • Auch verschiedene Ministerien bieten spezifische Ausbildungsmöglichkeiten und Kurse an


Duale Ansätze in der Ausbildung:

  • 2005 wurde das Nation Dual Training System (NDTS) in Malaysia eingeführt. Es ist an das deutsche duale Ausbildungssystem angelehnt. 70-80 % des Unterrichts findet an Arbeitsstätten statt und 20-30 % in Trainingsinstituten.
  • Die Dauer der Ausbildungen variiert nach dem erstrebten Zertifikat und kann zwischen zwei und fünf Jahren liegen.
  • Die malaysische Regierung übernimmt den größeren Kostenanteil im NDTS, während sich der private Sektor an den Kosten in Form von monatlichen Vergütungen für die Auszubildenden und den Kosten für deren Ausbildung am Arbeitsplatz beteiligt


Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • In den letzten Jahrzehnten hat Malaysia hohe Investitionen in den Bildungssektor gesetzt, sich dabei allerdings hauptsächlich auf die Hochschulbildung konzentriert, während die Berufsausbildung weniger beachtet wurde.
  • Viele verschiedene Akteure in der Berufsbildung, große Vielfalt in der Art der Ausbildungsprogramme
  • Mangelnde Koordination der verschiedenen Ausbildungsprogramme
  • Mangelnde Transparenz von Zertifikaten und Curricula
  • Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Industrie und den vorhandenen Qualifikationen
  • Teilweise nicht ausreichend qualifiziertes Ausbildungspersonal
  • Berufsausbildung wird als zweite Wahl für Schüler*innen mit Hochschulzugangsberechtigung gesehen

Quellen:

  • UNESCO UNEVOC. 2019. TVET Country Profile. Malaysia.
  • Halik Bassah, N. A. S. (2022). The issues and challenges of TVET in Malaysia: from the perspective of industry experts. In: TVET@Asia, issue 18, 1-15. Online: http://tvet-online.asia/issue/18/the-issues-and-challenges-of-tvet-in-malaysia-perspective-of-industry-experts/ (zuletzt abgerufen am 25.07.2022)

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In Malaysia soll Berufsbildung als „Game Changer“ eine entscheidende Rolle einnehmen, um die Entwicklung der Volkswirtschaft voranzutreiben. Die Regierung des Landes arbeitet zurzeit an einer umfassenden Reform des Berufsbildungssystems.

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Die 4. Regionale Berufsbildungskonferenz fand erfolgreich in Myanmar statt
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Im Blickpunkt der Berufsbildungswelt: die Regionale Berufsbildungskonferenz 2017 in Myanmar, welche vom 13.-14. Juni 2017 in Nay Pyi Taw in Verbindung mit einem Field Trip in Yangon, am 15. Juni stattfand.

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