Mexiko
Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland
Rahmen:
- Gemeinsame Absichtserklärung zur Berufsbildungskooperation des damaligen deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dem mexikanischen Ministerium für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP) in der dualen Hochschulbildung und höheren Berufsbildung vom 23.04.2018
Zeitraum:
- Laufende Zusammenarbeit seit 2018
- Verlängerung der gemeinsamen Absichtserklärung um 4 Jahre (2021 –2025)
Ziele:
- Stärkere und breitere Berücksichtigung der Berufsbildung in der dualen Hochschulbildung, Gestaltung eines Programms zur dualen Hochschulbildung, Verknüpfung des mexikanischen dualen Ausbildungsmodells mit tertiärer dualer Bildung.
Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit:
- Qualitative Weiterentwicklung und quantitative Ausweitung des mexikanischen Systems für duale Berufsbildung (Sistema Mexicano de Educación Dual, früher: Modelo Mexicano de Formación Dual, MMFD)
- Stärkung der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen
- Stärkung der Rolle der Wirtschafts- und Sozialpartner
- Standardisierung der Entwicklung von Ausbildungs- und Berufs- sowie Prüfungsstandards
- Verbesserung der Lernortkooperation
- Qualifizierung des Berufsbildungspersonals
- Verbesserung des Qualitätsmanagements
- Ausbau der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
- Standardisierung des Berufsbildungsmonitorings und Datenverfügbarkeit
- Verbesserung des Übergangs zwischen den Bildungseinrichtungen, der dualen Ausbildung und dem Arbeitsmarkt
Bundesressorts
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Ziele der Zusammenarbeit:
- Entwicklung dualer Karrierewege von der Erstausbildung bis hin zum dualen Studium
- Quantitative und qualitative Entwicklung von Auszubildenden in den Bildungseinrichtungen und Unternehmen, Deckung der Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, Erhöhung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, Förderung nachhaltiger Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
Lokale Partner:
- Ministerium für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP)
Grundlagen der Zusammenarbeit:
- Gemeinsame Absichtserklärung in der dualen Hochschulbildung und höheren Berufsbildung (2018) und Erneuerung der Erklärung (2021)
- Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (2019)
- Regelmäßige Abstimmungen in Joint Working Groups
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Ziele der Zusammenarbeit:
- Qualitative Weiterentwicklung und quantitative Ausweitung des mexikanischen Systems für duale Berufsbildung.
Lokale Partner:
- Ministerium für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP), Entwicklungsministerium (Agencia Mexicana de Cooperación Internacional para el Desarrollo, AMEXCID)
Grundlagen der Zusammenarbeit:
- Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2015) in den Bereichen Bildung sowie technische und berufliche Ausbildung, Erneuerung der gemeinsamen bilateralen Absichtserklärung (2019)
- Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (2019)
- Rahmenabkommen für Technische Zusammenarbeit
- Regierungsverhandlungen, Regierungskonsultationen
Aufträge an folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Vorhaben: Förderung und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung
- Im Auftrag des BMBFSFJ
- Zeitraum: seit 2009
Ziele der Zusammenarbeit:
- Förderung und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung
- Wissenstransfer
- Zusammenarbeit in der Modernisierung des rechtlichen Rahmens
- Begleitung bei der Einführung von Kernelementen der dualen Ausbildung, v. a. zur Standardisierung der Entwicklung von Ausbildungs- und Berufsstandards.
Lokale Partner:
- Nationales Institut für Technische Berufsausbildung (Colegio Nacional de Educación Profesional Técnica, CONALEP)
zum Projekt in der GOVET-Projektdatenbank
zur Kooperationsseite beim BIBB
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Vorhaben: Unterstützung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung in Mexiko
- Im Auftrag des BMZ
- Zeitraum: 2023 - 2027
Ziele der Zusammenarbeit:
- Qualitative Weiterentwicklung und quantitative Ausweitung des mexikanischen Systems für duale Berufsbildung.
Lokale Partner:
- Ministerium für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP)
zum Projekt in der GOVET-Projektdatenbank
Sequa
Vorhaben: Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und dem Consejo Coordinador Empresarial (CCE), der Confederación Patronal de la República Mexicana (COPARMEX) sowie dem Consejo Nacional de Normalización y Certificación (CONOCER) in Mexiko
- Im Auftrag des BMZ
- Laufzeit: 2020-2026
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) unterstützt die lokalen Projektpartner Consejo Coordinador Empresarial (CCE), Confederación Patronal de la República Mexicana (COPARMEX) sowie Consejo Nacional de Normalización y Certificación (CONOCER) im Rahmen der 2. Projektphase in der Stärkung und Institutionalisierung des Ökosystems der dualen Ausbildung der Sekundarstufe II in Mexiko. Geplant ist die institutionelle Verankerung der dualen beruflichen Ausbildung bei den Projektpartnern, die qualitiative Stärkung, u. a. durch Zertifizierungen von Ausbildungspersonal, sowie Förderung der Chancengleichheit im Ökosystem.
Lokale Partner:
- Confederación Patronal de la República Mexicana (COPARMEX)
- Consejo Coordinador Empresarial (CCE)
- Consejo Ncational de Normalización y Certificación (CONOCER)
Wirtschaft und Gewerkschaften
Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (CAMEXA)
Strategischer Partner der mexikanischen Akteure bei der Festlegung und Umsetzung der Grundzüge des mexikanischen Systems für duale Berufsbildung, insbesondere bei der Standardisierung der Entwicklung von Ausbildungs- und Berufs- sowie Prüfungsstandards und der Qualifizierung des Berufsbildungspersonals.
Vorhaben: Berufsbildungspartnerschaft zwischen dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Koordinierungsrat der mexikanischen Wirtschaft (CCE), dem mexikanischen Arbeitgeberverband (COPARMEX) sowie dem Nationalen Rat für Normierung und Zertifizierung von beruflichen Kompetenzen (CONOCER)
- Projektbeschreibung siehe oben (sequa)
- Zeitraum: 2020-2026
zum Projekt in der GOVET Projektdatenbank
Deutsche Firmen/Deutsche Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung
- In der beruflichen Bildung aktiv sind z. B. Alianza para la Transferencia Tecnológica (ALTRATEC), Bosch México, Festo Didactic, Instituto para Formación y Desarrollo (IFODE Volkswagen de México
Wirtschaft
- United Nations Human Development Index (HDI): 2023: Der Human Development Index von Mexiko beträgt 0,789. Das entspricht dem Rang 81 von 193 Ländern (Quelle: UNDP)
- Sustainable Development Index: 2025: Die Sustainable Development Score von Mexiko beträgt: 70,80 Das entspricht dem Rang 72 von 167 Ländern (Quelle: Sustainable Development Solutions Network)
- BIP pro Kopf in US $ (GDP per capita in current US $): 2020: 8.840; 2021: 10.310; 2022: 11.410; 2023: 13.860; 2024: 14.190 (Quelle: Worldbank, 2025)
- Veränderung des realen BIP zum Vorjahr (GDP growth annual): 2020: -9,1 %; 2021: 5,34 %, 2022: 2,93 %; 2023: 2,46 %; 2024: 0,56 % (Quelle: Worldbank, 2025)
- Inflationsrate (GDP deflator annual): 2020: 4,62 %; 2021: 4,49; 2022: 6,67 %; 2023: 4,65 %; 2024: 4,91 % (Quelle: Worldbank)
- Hauptbranchen (Anteil an nominaler Bruttowertschöpfung): Bergbau/Industrie: 27,6 %; Handel/Gaststätten/Hotels: 22,7 %; Transport/Logistik/Kommunikation: 9,3 %; Bau: 7,1 %; Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft: 4,1 %; Sonstige: 29,3 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Importländer (Anteil an den Warenimporten): 2024: USA 40,3 %; China 20,7 %; Südkorea 3,7 %; Deutschland 3,4 %; Japan 3,1 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Exportländer (Anteil an den Warenexporten): 2024: USA 81,3 %; Kanada 3 %; China 1,5 %; Deutschland 1,2 %; Sonstige 12,1 % (Quelle: GTAI)
- Mexiko gehört zu den 15 bedeutendsten Volkswirtschaft weltweit und ist nach Brasilien die zweitgrößte Lateinamerikas
- In den letzten drei Jahrzehnten fand ein weitgehender Wandel der Wirtschaftsstrukturen statt: von einer dominierenden Agrarwirtschaft hin zu einer industrialisierten Volkswirtschaft mit einem stark wachsenden Dienstleistungssektor
- Nach starken Wachstumsjahren vor der COVID-19 Pandemie ist die Wirtschaft 2023 um 3,2% gewachsen. Für 2024 wird ein Wachstum von 2,1% erwartet (GTAI 2023)
- Mexiko als Zentrum der industriellen Produktion in Nordamerika: attraktivster Produktionsstandorte aufgrund von immer noch vergleichsweise geringen Lohnkosten, geografischer Nähe zum größten Abnehmer USA, gut qualifizierter Fachkräfte im produzierenden Gewerbe und zahlreicher Freihandelsabkommen. (GTAI 2022)
- Die Nähe zu den USA wird im Zeitraum 2023-2026 für enorme Direktinvestitionen sorgen, vor allem im Automobilbereich (GTAI 2023)
- Gleichzeitig auch hohe Abhängigkeit vom US-Markt, Verunsicherung bei Unternehmen wegen Wirtschafts- und Energiepolitik und eine riskante Sicherheitslage in manchen Bundesstaaten. (GTAI 2022)
- Wesentliche Stützen der mexikanischen Wirtschaft: Automobil-, Luftfahrzeug- und Tourismusindustrie, Konsumgüter- und Nahrungsmittelverarbeitungsindustrie, Textilindustrie, Kunststoff- und Verpackungsindustrie, Logistiksektor
- Anteil des informellen Sektors am Arbeitsmarkt (2019): 56% (IMF 2019)
- Über 1900 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung, v. a. in den Sektoren Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie Pharma-, Chemieindustrie und Logistik
Gesellschaft
- Einwohnerzahl: 2024: 130,8 Mio. (Quelle: Worldbank)
- Bevölkerungswachstum: 2020: 0,82 %; 2021: 0,67 %; 2022: 0,75 %; 2023: 0,87 %; 2024: 0,86 % (Quelle: Worldbank)
- Altersstruktur: (geschätzt): 2024: 0-14 Jahre: 23,3 %; 15-64 Jahre: 68,6 %; 65 Jahre und älter: 8,2 % (Quelle: World Fact Book)
- Alphabetisierungsrate (15 Jahre und älter): (Quelle: Worldbank)
- Arbeitslosenquote: 2020: 3,7 %; 2021: 3,2 %; 2022: 2,5 %; 2023: 2,1 %; 2024: 2 % (Quelle: Ilostat)
- Jugendarbeitslosenquote (15-29 Jahre): 2020: 7,4 %; 2021: 6,7 %; 2022: 5,6 %; 2023: 5,1 %; 2024: 5,1 % (Quelle: Ilostat)
- Jugendliche, die sich nicht in nicht in Arbeit, Schul- oder Berufsausbildung befinden (NEET): 2020: 20,1 %; 2021: 17,9 %; 2022: 16,8 %; 2023: 15,9 %; 2024: 15,9 % (Quelle: Ilostat)
- Strukturelle Defizite in den folgenden Bereichen: große Einkommensunterschieden, niedriges Produktivitätswachstum, schlechte Bildungsergebnisse, schwache Rechtsstaatlichkeit, hohe Bandenkriminalität, Wettbewerbshindernisse und weit verbreitete Korruption
Staat
- Ausgaben für Forschung und Entwicklung (Anteil am BIP): 2010: 0,47 %; 2019: 0,28 %; 2020: 0,29 %; 2021: 0,27 %; 2022: 0,26 %; 2023: 0,27 % (Worldbank, 2026)
- Ausgaben für Arbeitsmarktpolitik, Weiterbildung von Erwachsenen und Förderung von Frauen in der Erwerbstätigkeit sind im Vergleich zu anderen OECD Ländern sehr gering (OECD 2022)
- Im Arbeitsbeschaffungsprogramm für Jugendliche („Jóvenes Construyendo el Futuro“, dt: „Die Jugend baut die Zukunft“) haben 500.000 junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung (NEET) eine mind. einjährige Ausbildung erhalten.
Ministerien hauptsächlich für Berufsbildung zuständig:
- Ministerium für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP)
- Ministerium für Arbeit und Soziales (Secretaría del Trabajo y Previsión Social, STPS)
Berufsbildungssystem
Wahlmöglichkeiten nach Abschluss des allgemeinen Schulsystems (Klasse 9, Primar- und Sekundarstufe I):
- Zwei- bis fünfjährige formale Berufsausbildung (meist 3 Jahre), danach Eintritt in den Arbeitsmarkt oder Hochschulstudium bzw. tertiäres TVET-Angebot
- Übergang in non-formale oder informelle Berufsbildung (Kurzkurse, Arbeiten und Lernen im Betrieb)
- Dreijährige Sekundarstufe II, gefolgt von einem Hochschulstudium oder dem Eintritt in das formale oder non-formale Berufsbildungssystem
- Eintritt in den Arbeitsmarkt als ungelernte Kraft
- Außerdem für Schulabbrecher der Sekundarstufe I (über 16 Jahre) ein- bis vierjährige non-formale berufsbildende Angebote
Die mexikanische Regierung gestaltet berufliche Bildung mit folgenden drei Handlungslinien:
1. Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen
- Aktualisierung des Dekrets zur dualen Berufsbildung (Acuerdo Secretarial)
- Erarbeitung und Verbreitung von Richtlinien, Handreichungen und Umsetzungshilfen
2. Operativität des dualen Systems
- Implementierung eines Informations- und Monitoringsystems
- Erstellung eines Datenreports und Berufsbildungsberichtes
3. Quantitative Ausweitung der dualen Berufsbildung
- Stärkung der Strukturen und Akteure des Privatsektors
- Stärkung der Strukturen und Akteure des öffentlichen Sektors
- Koordination der internationalen Zusammenarbeit im Hinblick auf die Länderkooperationen
Herausforderungen für die Berufsbildung
- Neu eingeführtes duales Berufsbildungssystemmodell nachhaltig institutionalisieren
- Ausbildungsbereitschaft bei Unternehmen fördern
- Berufsbildungseinrichtungen darauf vorbereiten, Fachkräfte für die Wirtschaft bereitzustellen
- Übergänge zwischen Erstausbildung und höherer Berufsbildung
Projekte in der Berufsbildungszusammenarbeit
- Konsolidierung und Ausweitung des mexikanischen Systems der dualen Berufsausbildung mit Schwerpunkt auf digitale Technologien
- Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und dem Consejo Coordinador Empresarial (CCE), der Confederación Patronal de la República Mexicana (COPARMEX) sowie dem Consejo Nacional de Normalización y Certificación (CONOCER) in Mexiko
- Berufsbildungspartnerschaft zwischen dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Koordinierungsrat der mexikanischen Wirtschaft (CCE), dem mexikanischen Arbeitgeberverband (COPARMEX) sowie dem Nationalen Rat für Normierung und Zertifizierung von beruflichen Kompetenzen (CONOCER)
Weitere Projekte finden Sie in der Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit
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