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Südkorea

Südkorea

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

Seit 2014 besteht zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem koreanischen Bildungs- (MoE) und Arbeitsministerium (MOEL) eine politische Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

Seit 2000 besteht zwischen Korea Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET) und Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eine Institutskooperation. Diese wurde im März 2018 für drei weitere Jahre bis 2021 verlängert.

  • Schwerpunkt der Kooperation ist neben der Berufsbildungsforschung der Fachdialog zu aktuellen bildungspolitischen Themen.
  • Dies umfasst gegenseitige Forschungsaufenthalte, die Zusammenarbeit beider Organisationen bei internationalen Aktivitäten wie Konferenzen, Seminare oder Workshops sowie gemeinsame Publikationen.
  • Der letzte Fachdialog fand im November 2019 in Bonn statt.

Institutionelles Kooperationsabkommen zwischen der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Human Resources Development Service of Korea (HRDKorea).

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Stärkere Einbindung von KMU in der Berufsbildung
  • Duale Programme für Studierende, um die Bedarfe von Unternehmen zu decken und Absolventen bessere Einstiegsmöglichkeiten in die Arbeitswelt zu ermöglichen
  • Verbesserung des Ansehens der Berufsbildung
  • Einbindung der Berufsbildung in den nationalen Qualifikationsrahmen
  • Durchlässigkeit im Bildungssystem und Anerkennung erworbener Qualifikationen für andere Bildungswege (z. B. Anerkennung der Kompetenzen, die im Rahmen von apprenticeships erworben wurden)

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Weitreichende Kooperation und gemeinsame Projekte im Bereich der Forschung.
  • Im Bereich der Berufsbildungszusammenarbeit vor allem Förderung der Institutspartnerschaft zwischen KRIVET und BIBB, sowie die Förderung von Berufsbildungsprojekten.

Lokale Partner: koreanisches Bildungsministerium (MoE), Arbeitsministerium (MOEL), Korea Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET)

Grundlagen der Zusammenarbeit: Absichtserklärung zwischen MoE und BMBF

Zeitraum: seit 2014

Vorhaben 1:  MAI iTeCK – Bildungskooperation mit Südkorea zur Einführung der dualen Berufsbildung nach deutschem Vorbild

Ziel: Aufbau eines Modells für die Ausbildung von Fachkräften in Südkorea und die Qualifizierung zum „Deutschen Industriemeister International“. Dieses Modell soll sich zwar an dem Vorbild des deutschen Dualen Systems orientieren, gleichzeitig aber den kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes Rechnung tragen. Berufsanschlussfähige Teilqualifizierungsmodule ergänzen die Ausbildung, das Schulungskonzept beinhaltet außerdem die Weiterqualifizierung von Berufsbildungspersonal.

Partner: Eckert Schulen, MAI Carbon, Universität Augsburg

Zeitraum: 2017-2020

Weitere Innformationen zum Vorhaben auf der Website der Eckert Schulen

Näheres zum Vorhaben in der GOVET Projektdatenbank


Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Ziele der Zusammenarbeit:

Enger Austausch insbesondere bei Industrie 4.0, dualer Ausbildung und erneuerbaren Energien, aber auch bei Maschinenbauteilen und in der Materialforschung. 2019 wurde die Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Südkorea formalisiert.

Grundlagen der Zusammenarbeit: Abkommen zur Energiepartnerschaft

 

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Vorhaben:  Duale Berufsausbildung in Südkorea

Ziel: Gemeinsam mit BMW Korea und Mercedes-Benz Korea bietet die KGCCI eine 3-jährige, betriebliche Ausbildung im Bereich KFZ-Mechatronik an. Die Qualifikation entspricht dem deutschen dualen Ausbildungszertifikat.

Partner: Koreanisch-deutsche Auslandshandelskammer (KGCCI)

Zeitraum: seit 2017

Wirtschaft

  • Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren auf stabilem Niveau, zuletzt 2,67% Wachstum in 2018. Für 2019 sind 2,0% Wachstum ausgewiesen.
  • Das Pro-Kopf Einkommen ist kontinuierlich gestiegen, von 14.621 USD in 1998 auf 39.660 USD in 2018.
  • Die Arbeitslosenquote aktuell bei 3,8%, jedoch ist der Anteil von Jugendlichen ohne Arbeit (15-24-jährige) mit 10,4% deutlich höher.
  • Wichtigste Branchen sind unter anderem: Elektronik, verarbeitende Industrie, KFZ-Branche, Petrochemie, Elektrotechnik, Bauwirtschaft, Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Lebensmittel und Konsumgüter.
  • Trotz großer und bekannter Technologieunternehmen sind die KMU, ähnlich wie in Deutschland, ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Sie repräsentieren 99,9% aller Unternehmen und stellen 80% der Arbeitsplätze. Die Beteiligung der KMU in Berufsbildung und Weiterbildungsangeboten ist jedoch sehr gering.

Quellen: GTAI 2019, OECD 2019, Weltbank 2019

Gesellschaft

  • Südkorea zählt 51.606.633 Einwohner (2018). Das Bevölkerungswachstum befindet sich seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau zwischen 0 und 1%.
  • Altersstruktur: 0-14 Jahre: 12,5%; 15-24 Jahre: 11,1%; 25-64 Jahre: 60,6%; 65 Jahre und darüber: 15,8%.
  • Einerseits ist Südkorea ein hochtechnologisiertes und modernes Land. Gleichzeitig steht es angesichts einer rasch alternden Bevölkerung, des voranschreitenden wirtschaftsstrukturellen Wandels im Zuge der Digitalisierung und hoher Jugendarbeitslosigkeitsraten vor großen Herausforderungen.
  • Bildung wird in allen Bereichen der koreanischen Gesellschaft sehr geschätzt. Die privaten Bildungsausgaben sind deutlich höher als in anderen OECD Ländern.
  • Das Land befindet sich seit vielen Jahren unter den besten in der PISA Vergleichsstudie die OECD (je nach Kompetenzfeld und Geschlecht zwischen Platz 1 und 6).

Quellen: GTAI 2019, OECD 2019, Weltbank 2019

Staat

  • 2016 gab Südkorea 4,6% des BIP für Bildung aus und liegt damit über dem OECD-Durchschnitt (Weltbank 2020). Für Berufsbildungsprogramme wurden insgesamt 1,4 Milliarden USD ausgegeben (2016, UNEVOC 2018).
  • Ein nationaler Qualifikationsrahmen befindet sich in der kontinuierlichen Weiterentwicklung.
  • Die Herausforderungen, die durch den hohen Akademisierungsgrad der Bevölkerung und fehlende praktische oder berufsrelevante Kompetenzen, entstehen, wurden von der Regierung erkannt und werden auf unterschiedlichen Ebenen mit einer Vielzahl an Programmen angegangen.
  • Im Fokus des aktuellen Diskurses und laufender Reformvorhaben in der Berufsbildung stehen:
    • Qualifikationsanforderungen im Kontext von Industrie 4.0
    • Förderung von beruflichem Lernen im betrieblichen Umfeld
    • Steigerung der Beteiligung von Unternehmen an der Ausbildung
    • Schaffung von Angeboten in der höheren Berufsbildung
    • Verankerung dualer Berufsbildungsprogramme im nationalen Qualifikationsrahmen

Quellen: UNEVOC 2018, Weltbank 2020

Berufsbildungssystem

  • Nach der Grundschule (6 Jahre) und Junior High School (3 Jahre) teilt sich die Schülerschaft in den akademischen (Allgemeinbildende Schulen) und berufsbildenden Pfad (Berufsbildende Schulen) auf.
  • 2017 nahmen nur 18% der Schulabgänger eine Berufsausbildung auf, während sich 70% für eine akademische Ausbildung entschieden (Jahr 2018)
  • Das Berufsbildungssystem untersteht dem Bildungsministerium (MoE), das Arbeitsministerium (MOEL) ist aber auch in die Berufsbildung involviert.
  • Das Korea Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET) ist für Forschung in der Berufsbildung zuständig. Es untersteht dem Premierminister, ist dem Nationalen Rat für Wirtschafts-, Human- und Sozialwissenschaften angeschlossen und wurde 1997 gegründet.
  • Der Human Resources Development Service of Korea (HRD Korea), eine Einrichtung des Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung, ist für die Steuerung der Konzeption und Implementierung von Ausbildungsprogrammen sowie deren Qualitätssicherung an den Lernorten zuständig.
  • Insgesamt gibt es 732 staatliche Berufsbildungseinrichtungen, die zum Großteil unter Leitung des Bildungsministeriums stehen (682, die anderen unter Leitung des Arbeitsministeriums). Den Großteil machen die sog. Specialized Vocational High Schools aus (495) (UNEVOC 2018). Darüber hinaus gibt es auch viele private Einrichtungen.
  • Unter den Specialized Vocational High Schools gibt es etwa 50 Meister High Schools, die auf die besonderen Bedarfe der Industrie eingehen sollen und auf enge Anbindung an Unternehmen achten  (UNEVOC 2018). Apprenticeship programmes ergänzen dieses Angebot auf regionaler Ebene.
  • Im September 2013 wurde Einführung des „Korean work-learning dual system“ (auch bezeichnet als „apprenticeship system“) als neuer Teilbereich des ansonsten überwiegend schulisch geprägten Berufsbildungssystems beschlossen. Die gesetzliche Grundlage („Act on support for the work-learning dual system in the industrial field“) tritt nach langwierigen Vorbereitungen im August 2020 in Kraft und verankert praxisorientierte Formen des beruflichen Lernens nach deutschem (und schweizerischem) Vorbild.

Quellen: OECD 2019, UNEVOC 2018

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BIBB-KRIVET Workshop „Apprenticeship Policy Forum 2019"
Dienstag, 26. November 2019

BIBB-KRIVET Workshop „Apprenticeship Policy Forum 2019"

Im Rahmen des BIBB – KRIVET Arbeitstreffens 2019 im BIBB tauschten sich deutsche und südkoreanische Berufsbildungsexperten/-innen zu aktuellen Forschungsergebnissen und Entwicklungsperspektiven in der beruflichen Bildung in Südkorea und Deutschland aus.

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Ansätze der höheren dualen Berufsbildung in Deutschland und Südkorea
Donnerstag, 6. September 2018

Ansätze der höheren dualen Berufsbildung in Deutschland und Südkorea

Bei einem Besuch am BIBB und der Hochschule Koblenz tauschten sich südkoreanische Forscher/innen über die aktuellen Entwicklungen des dualen Studiums in Deutschland und neue Ansätze der höheren beruflichen Bildung in Südkorea aus.

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