Dänemark
Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland
Rahmen:
- Bilaterale Berufsbildungskooperation
- Gemeinsame Absichtserklärung vom Mai 2024
Zeitraum:
- Deutschland und Dänemark arbeiten seit langer Zeit eng in verschiedenen Themengebieten zusammen
- 2024 unterzeichneten beide Länder die erste bilaterale Absichtserklärung zur Berufsbildungskooperation
Ziele:
- Internationalisierung der Berufsbildung in beiden Ländern
- Verbesserte Mobilität in der beruflichen Bildung
Zusätzlich besteht mit Dänemark seit 2002 („Kopenhagen-Prozess“) eine enge Berufsbildungszusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU). Bei der Ausgestaltung des „Europäischen Bildungsraums“ bildet die berufliche Aus- und Weiterbildung einen Schwerpunktbereich für den Zeitraum 2021-2030.
- Am 1. Juli 2020 veröffentlichte die Europäische Kommission die Europäische Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz.
zur Seite der Europäischen Kommission zur Europäischen Kompetenzagenda
- Im November 2020 wurden zwei europäische berufsbildungspolitische Initiativen formuliert: Der Rat der Europäischen Union nahm unter deutscher Ratspräsidentschaft die „Empfehlung zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz“ an, und die für berufliche Bildung verantwortlichen Minister*innen der EU-Mitgliedsstaaten, EU-Beitrittskandidaten und EWR-Staaten veröffentlichten die „Osnabrücker Erklärung zur beruflichen Bildung als Motor für den Wiederaufbau und den gerechten Übergang zu einer digitalen und ökologischen Wirtschaft“.
- Im September 2025 wurde in Dänemark die „Herning Erklärung zur attraktiven und inklusiven Berufsbildung für mehr Wettbewerbsfähigkeit und hochwertigen Arbeitsplätzen 2026-2030“ verabschiedet. Sie baut auf der Osnabrücker Erklärung auf und aktualisiert diese im Hinblick auf aktuelle digitale, ökologische und demografische Veränderungen in Europa.
- Der Umsetzung des strategischen Rahmens des Europäischen Bildungsraums und der genannten Referenzdokumente dienen mehrere Ständige Arbeitsgruppen, darunter die Arbeitsgruppe „Berufliche Bildung und grüner Wandel“.
- Das EU Programm Erasmus+ für Bildung, Jugend und Sport konzentriert sich im Bereich der Berufsbildung aktuell (2021-2027) vor allem auf die Themen der Lernmobilität und Partnerschaften für europäische Berufsbildungszusammenarbeit.
zu Erasmus+ Berufsbildung der Nationalen Agentur beim BIBB
Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit:
- Entsprechende Anpassungen der Berufsbildung an Herausforderungen wie die Globalisierung, die steigende Bevölkerungsmobilität, der technologische Fortschritt, Energiewende, die sich verändernde Demographie (alternde Bevölkerung) und den damit verbundenen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt.
Bundesressorts
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Ziele der Zusammenarbeit:
- Internationalisierung der Berufsbildung in beiden Ländern
- Verbesserte Mobilität in der beruflichen Bildung
Grundlagen der Zusammenarbeit:
- Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung von 2024
Wirtschaft
- United Nations Human Development Index (HDI): 2023: Der Human Development Index von Dänemark beträgt 0,962. Das entspricht dem Rang 4 von 193 Ländern (Quelle: UNDP)
- Sustainable Development Index: 2025: Die Sustainable Development Score von Dänemark beträgt: 85,68. Das entspricht dem Rang 3 von 167 Ländern (Quelle: Sustainable Development Solutions Network)
- BIP pro Kopf in US $ (GDP per capita in current US $): 2020: 60.986; 2021: 69.341; 2022: 67.781; 2023: 68.044; 202471.027; 2025: 76.970: (Quelle: Worldbank, 2026)
- Veränderung des realen BIP zum Vorjahr (GDP growth annual): 2020: -1,8 %; 2021: 6,5 %; 2022: 0,4 %; 2023: 0,6 %; 2024: 3,5 %; 2025: 2,9 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Inflationsrate (GDP deflator annual): 2020: 2,8 %; 2021: 3 %; 2022: 10,4 %; 2023: -2,1 %; 2024: 1,5 %; 2025: 1,7 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Hauptbranchen (Anteil an nominaler Bruttowertschöpfung): 2024: Bergbau/Industrie: 22,4 %; Handel/Gaststätten/Hotels: 13,0 %; Transport/Logistik/Kommunikation: 10,6 %; Bau: 4,8 %; Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft: 1,1 %; Sonstige: 48,2 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Exportländer (Anteil an den Warenexporten): 2025: Deutschland 12,9 %; Schweden 7,9 %; USA 5,5 %; Niederlande 5,4 %; Norwegen 5,3 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Importländer (Anteil an den Warenimporten): 2025: Deutschland 19,3 %; Schweden 11,5 %; Niederlande 8,8 %; China 7,2 %; Polen 4,8 % (Quelle: GTAI)
Gesellschaft
- Einwohnerzahl: 2025: 6 Mio. (Quelle: Worldbank, 2026)
- Bevölkerungswachstum: 2020: 0,3 %; 2021: 0,4 %; 2022: 0,8 %; 2023: 0,7 %; 2024: 0,5 %; 2025: 0,5 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Altersstruktur: 2025 (geschätzt): 0-14 Jahre: 15,6 %; 15-24 Jahre: 12 %;25-64 Jahre: 51,3 %; 65 Jahre und älter: 21,1 % (Quelle: GTAI)
- Arbeitslosenquote: 2020: 5,6 %; 2021: 5,1 %; 2022: 4,4 %; 2023: 5,1 %; 2024: 6,1 %; 2025: 6,4 % (Quelle: Ilostat, 2026)
- Jugendarbeitslosenquote (15-24 Jahre): 2020: 11,7 %; 2021: 10,8 %; 2022: 10,6 %; 2023: 11,5 %; 2024: 14,6 %; 2025: 13,8 % (Quelle: Ilostat, 2026)
- Jugendliche, die sich nicht in nicht in Arbeit, Schul- oder Berufsausbildung befinden (NEET): 2020: 7,5 %; 2021: 7,1 %; 2022: 6,8 %; 2023: 7,2 %; 2024: 6,9 % (Quelle: Ilostat, 2026)
Staat
- Die berufliche Aus- und Weiterbildung spielt eine Schlüsselrolle in der dänischen Strategie für lebenslanges Lernen und bei der Bewältigung der Herausforderungen der Globalisierung und des technologischen Wandels.
- Die Zuständigkeit für die Berufsbildung liegt beim dänischen Bildungsministerium.
- Beraten wird das Bildungsministerium vom Rat der beruflichen Grundbildung (Rådet for de grundlæggende Erhvervsrettede Uddannelser)
Berufsbildungssystem
- Berufsbildende Schulen und Sozialpartner sind gemeinsam für die Entwicklung von Lehrplänen verantwortlich, um sicherzustellen, dass sie den Bedürfnissen des lokalen Arbeitsmarktes entsprechen
- Das dänische Berufsbildungssystem zeichnet sich durch ein hohes Maß an Beteiligung der Interessengruppen aus. Sozialpartner, Berufsschulen, Lehrer und Lernende sind alle an der Entwicklung der Berufsbildung beteiligt, die auf der Grundlage von Konsens und gemeinsamer Verantwortung gestaltet wird. Die Interessenvertreter spielen eine Schlüsselrolle bei der Beratung des Bildungsministeriums in Bezug auf die Berufsbildungspolitik.
- Die dänische allgemeine und berufliche Bildung bieten gleichwertige Qualifikationen auf verschiedenen Ebenen an und ermöglichen so eine hohe horizontale Durchlässigkeit.
- Berufsbildung in Dänemark ist nach dem dualen Prinzip organisiert. Das Verhältnis zwischen betrieblicher und schulischer Ausbildung beträgt 2:1.
- Die Dauer der Ausbildungen in Dänemark variiert zwischen 2 und 5,5 Jahren, wobei die typische Erstausbildung 3,5 bis 4 Jahre dauert.
- Neben der klassischen Erstausbildung gibt es in Dänemark auch die Möglichkeit, Berufsbildung und allgemeinbildenden Unterricht der Sekundarstufe II zu kombinieren. Diese Programme führen zu beruflicher Qualifikation und gleichzeitig auch zu einer Hochschulzugangsberechtigung.
- Die Berufsausbildungen in Dänemark teilen sich auf in einen Basis- und einen Hauptteil. Der Basisteil setzt sich wiederum aus zwei Grundkursen zusammen: Der erste Grundkurs ist in vier große Zugangswege gegliedert: Pflege, Gesundheit und Pädagogik; Verwaltung, Handel und Wirtschaftsdienstleistung; Lebensmittel-, Landwirtschafts- und Freizeitindustrie, sowie Technik, Bau und Verkehr. Der zweite Grundkurs orientiert sich dann an den ca. 100 verschiedenen Ausbildungsrichtungen. Um den Hauptteil der Ausbildung zu absolvieren, müssen die Auszubildenden einen Ausbildungsvertrag mit einem ausbildenden Betrieb/Unternehmen vorweisen können. Seit 2006 kann in der so genannten „Neuen Ausbildung“ (Ny Mesterlære) der gesamte Basisteil im Ausbildungsbetrieb absolviert werden anstatt in Betrieb und Berufsschule.
- Für Erwachsene die über 25 Jahre alt sind gibt es spezielle Berufsbildungsprogramme (EUV), welche vorherige Berufs- und Lernerfahrung berücksichtigen.
- Für arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren, die die Sekundarstufe I absolviert haben gibt es als zusätzliches Programm die vorbereitende Berufsbildung (FGU), welche Ansätze der allgemeinen und der beruflichen Bildung beinhaltet.
Herausforderungen für die Berufsbildung:
- Steigende Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften
- Zunehmend heterogenere Lernendenpopulation
- Mangel an geeigneten Ausbildungsplätzen in Unternehmen Hauptgrund für den Abbruch der Ausbildung
- Vergrößerung der Kluft zwischen dem Angebot an Ausbildungsplätzen und der Nachfrage in der Corona-Zeit
Quellen:
- Cedefop VET in Europe. Denmark. (2021)
https://www.cedefop.europa.eu/en/tools/vet-in-europe/systems/denmark-u2 - Ministry of Higher Education and Science Denmark, 2022: The Danish Education System.
https://ufm.dk/en/publications/2022/files/the-danish-education-system.pdf - Unesco Unevoc. TVET Country Profiles. Denmark
https://unevoc.unesco.org/home/Dynamic+TVET+Country+Profiles/country=DNK
Projekte in der Berufsbildungszusammenarbeit
- Policy learning and support to promoting apprenticeship systems and VET policy experimentation under the European Alliance for Apprenticeship (länderübergreifendes Projekt in Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Österreich und in der Schweiz)
- The changing nature and role of vocational education and training (länderübergreifendes Projekt für EU-Mitgliedstaaten, Island und Norwegen)
- European Regions Enhancing Internationalisation (EREIVET)
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