Usbekistan
Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland
Rahmen:
- Bilaterale Absichtserklärung zur Zusammenarbeit für berufliche Bildung
- Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit dem Kernthema Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung
- Länderübergreifende Regionalvorhaben der Entwicklungszusammenarbeit in Zentralasien
Zeitraum:
- Die Absichtserklärung zur Deutsch-Usbekischen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung wurde am 11. Juni 2026 zwischen dem deutschen Bildungsministerium (BMBFSFJ) und dem usbekischen Bildungsministerium unterzeichnet
Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit:
- Bildungsreformprozesse seit 2017
- Einführung dualer Ausbildungsformen
- Beschäftigungsorientierte Berufsbildung
- Qualifizierung der Lehrkräfte und zeitgemäße Unterrichtsmaterialien
Bundesressorts
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Ziele der Zusammenarbeit:
- Voneinander lernen
- Wissenschaftstransfer ausbauen
- Fragstellungen und Herausforderungen im Berufsbildungsbereich durch fachlichen Austausch begleiten und verbessern
Grundlagen der Zusammenarbeit:
- Absichtserklärung für eine deutsch-usbekische Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung vom 11. Juni 2026
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Ziele der Zusammenarbeit:
- Stärkung der lokalen und regionalen Wirtschaftsentwicklung, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Kunsthandwerk.
- Berufliche Bildung stärker am Arbeitsmarkt ausrichten
- Förderung einer „grünen“ Wirtschaft
- Modernisierte Berufsbildungsprogramme
- Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit
Grundlagen der Zusammenarbeit:
- Zwischenstaatlich vereinbarte Verträge
- Regierungsverhandlungen, zuletzt im Oktober 2024
Aufträge an folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
- KfW Entwicklungsbank
Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Vorhaben: Unterstützung des Reform- und- und Modernisierungsprozesses im beruflichen Bildungssystem Usbekistans II
- Im Auftrag des BMZ
- Zeitraum: 2026 – 2028
Ziele der Zusammenarbeit:
- Die reformierte berufliche Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in Usbekistan entspricht in ausgewählten industriellen Schlüsselsektoren den Bedarfen der Wirtschaft.
Lokale Partner:
- Ministerium für höhere und mittlere fachliche Bildung
Maßnahmen:
- In Kooperation mit deutschen Unternehmen, die in Usbekistan ansässig sind oder eine Zusammenarbeit im Land anstreben, sollen duale Ausbildungen modellhaft für verschiedene Wirtschaftsbereiche entwickelt werden.
- Das Vorhaben schult usbekische staatliche Entscheidungsträger*innen – wie die des Ministeriums für Höhere Bildung, Wissenschaft und Innovation, des Ministeriums für Beschäftigung und Armutsreduzierung und des Instituts für die Entwicklung der Berufsbildung, Fachverbände sowie Industrie und Handelskammern zu einem modernen Berufsbildungssystem, dualer Ausbildung und moderner Bildungsverwaltung
- Modernisierung von sechs Berufsstandards, (u.a. in den Berufsbildern Sozialarbeiter*innen oder Kraftfahrzeugmechatroniker*innen) und der dazugehörigen Lehrpläne
- Erprobung der modernisierten Lehrpläne in bis zu 15 usbekischen, technischen Berufsbildungseinrichtungen
- Modernisierung der beteiligten Berufsbildungseinrichtungen
- Ausbau und Testung zweier dualer Studiengänge mit deutschen Partnerfachhochschulen
- Umsetzung von Angeboten der Berufsorientierung zusammen mit dem usbekischen Ministerium für Vorschul- und Schulbildung
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zum Projekt bei der GIZ
Vorhaben 2: Green Skills für eine Grüne Wirtschaft in Zentralasien
- Im Auftrag des BMZ
- Auch in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan
- Zeitraum: 2025 – 2028
Ziele der Zusammenarbeit:
- Jugendliche und Erwachsene in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan haben bessere Beschäftigungsperspektiven in der grünen Wirtschaft
Lokale Partner:
- Ministerien für Bildung in Zentralasiatischen Ländern (ZAS)
Maßnahmen:
- Das Vorhaben unterstützt staatliche Verantwortliche darin, Politiken zu steuern, um die Berufsbildung zu verbessern und Beschäftigung zu fördern. Dabei sollen die nationalen Wirtschaftsstrategien auf konkrete, praktisch ermittelte Arbeitsmarktbedarfe der grünen Wirtschaft ausgerichtet werden.
- Zudem unterstützt das Vorhaben, dass sich Unternehmen und Verbände der grünen Wirtschaft mit staatlichen Verwaltungen zusammenschließen, um die Berufsbildung zu verbessern und sich zum Arbeitsmarkt abzustimmen. Dazu berät es, organisiert Veranstaltungen und regionalen Austausch.
- Schließlich arbeitet das Vorhaben mit Anbietern für beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie mit Unternehmen der grünen Wirtschaft zusammen. Es berät sie darin, gemeinsam Bildungsangebote zu entwickeln und umzusetzen.
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KfW Entwicklungsbank
Vorhaben: Unterstützung der beruflichen Bildung II
- Im Auftrag des BMZ
- Zeitraum: 2025 – 2029
Ziele der Zusammenarbeit:
- Etablierung einer praxisorientierten Berufsausbildung in der usbekischen Bildungslandschaft mit Fokus auf Wachstumsbranchen
Lokale Partner:
- Ministry of Higher Education, Science and Innovation (MHESI)
- Ministry of Investment, Industry and Trade
Maßnahmen:
- Umbau und Ausstattung von bis zu acht bestehenden multisektoralen Berufsbildungseinrichtungen in Usbekistan
- Das Ziel ist die Etablierung einer praxisorientierten Berufsausbildung in der usbekischen Bildungslandschaft mit Fokus auf Wachstumsbranchen
- Die Zielgruppe des Vorhabens sind junge Menschen in Usbekistan mit besonderem Fokus auf die ländliche Bevölkerung und Frauen
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zum Projekt bei der KfW
Vorhaben 2: Unterstützung der beruflichen Bildung
- Im Auftrag des BMZ
- Zeitraum: 2023 – 2028
Ziele der Zusammenarbeit:
- Verbessern der Kapazitäten und der Arbeitsmarktrelevanz der praktischen Berufsbildung in Usbekistan.
- Das Vorhaben leistet einen Beitrag dazu, die Beschäftigungsfähigkeit arbeitsloser Menschen zu erhöhen und ihre Einkommensmöglichkeiten zu verbessern.
- Durch die Ausweitung des Angebots an qualifizierten Fachkräften trägt das Vorhaben indirekt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von regionalen Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Gegenden, wo sich die geförderten Monozentren primär befinden, zu stärken.
Lokale Partner:
- Ministry of Employment and Poverty Reduction (MEPR)
Maßnahmen:
- Sanierung bzw. Renovierung ausgewählter Monozentren, die Bereitstellung von technischer Ausstattung für praktische Berufsausbildung sowie die Stärkung der Kapazitäten und des Managements der Monozentren
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Wirtschaft
- United Nations Human Development Index (HDI): 2023: Der Human Development Index von Usbekistan beträgt 0,740. Das entspricht dem Rang 107 von 193 Ländern (Quelle: UNDP)
- Sustainable Development Index: 2025: Die Sustainable Development Score von Usbekistan beträgt: 73,08. Das entspricht dem Rang 62 von 167 Ländern (Quelle: Sustainable Development Solutions Network)
- BIP pro Kopf in US $ (GDP per capita in current US $): 2020: 1.978; 2021: 2.258; 2022: 2.579; 2023: 2.879; 2024: 3.162 (Quelle: Worldbank, 2026)
- Veränderung des realen BIP zum Vorjahr (GDP growth annual): 2020: 1,6 %; 2021: 8 %; 2022: 6 %; 2023: 6,3 %; 2023: 6,5 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Inflationsrate (GDP deflator annual): 2020: 10,6 %; 2021: 13,7 %; 2022: 14,5 %; 2023: 13,8 %; 2024: 13,4 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Hauptbranchen (Anteil an nominaler Bruttowertschöpfung): 2024: Bergbau/Industrie: 26,4 % Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft: 19,2 %; Handel/Gaststätten/Hotels: 12,5 %; Transport/Logistik/Kommunikation: 8,1 %; Bau: 7,0 %; Sonstige: 26,8 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Importländer (Anteil an den Warenimporten): 2024: China 29,2 %; Russland 21,8 %; Kasachstan 7,2 %; Südkorea 5,3 %; Türkei 4,7 % (Quelle: GTAI)
- Top 5 Exportländer (Anteil an den Warenexporten): 2024: Russland 15,1 %; Kasachstan 6,4 %; China 6 %; Türkei 5 %; Afghanistan 4,7 % (Quelle: GTAI)
Gesellschaft
- Einwohnerzahl: 36,36 Mio. (Quelle: Worldbank, 2026)
- Bevölkerungswachstum: 2020: 1,9 %; 2021: 1,9 %; 2022: 2 %; 2023: 2 %; 2024: 2 % (Quelle: Worldbank, 2026)
- Altersstruktur: (geschätzt): 2025: 0-14 Jahre: 31,3 %; 15-24 Jahre: 14,5 %; 25-64 Jahre: 48,2 %; 65 Jahre und älter: 6,1 % (Quelle: GTAI)
- Arbeitslosenquote: 2020: 5,3 % (Quelle: Ilostat)
- Jugendarbeitslosenquote (15-24 Jahre): 2020: 13,2 % (Quelle: Ilostat)
- Jugendliche, die sich nicht in nicht in Arbeit, Schul- oder Berufsausbildung befinden (NEET) (modeled ILO estimate): 2020: 18,2 %; 2021: 16,6 %; 2022: 15 %; 2023: 14 %; 2024: 13,5 %; 2025: 13,7 %(Quelle: Worldbank, 2026)
Staat
In Usbekistan werden staatliche politisch-administrative Entscheidungen zentral in der Hauptstadt getroffen
Ministry of Public Education (MoPE)
- Verantwortlich für die Entwicklung der Standards und Curricula der allgemeinen sekundären Bildung
Ministry of Higher and Secondary Specialized Education (MoHSSE)
- Verantwortlich für die Höhere Bildung und sekundäre spezialisierte Berufsausbildung
Ministry of Employment and Labor Relations (MOELR)
- Betrieb von Ausbildungsstätten für Arbeitslose zwischen 16 und 50 Jahren
Berufsbildungssystem
- Das Schulsystem in Usbekistan befindet sich seit 2017 in einem umfassenden Reformprozess
- Die Pflichtschulzeit in Usbekistan beträgt seit 2017 elf Jahre und ist kostenfrei
- Die Schulpflicht kann entweder komplett an einer allgemeinen Sekundarstufe abgeleistet werden, oder neun Jahren an einer allgemeinen Sekundarschule mit anschließenden zwei Jahren Schulzeit auf einem akademischen Lyzeum
- Seit 2019 wird da Berufsbildungssystem weiter modernisiert – der Fokus liegt auf einer praxisnahen Ausbildung und kompetenzbasierten Lehrplänen
- Bis 2018 waren zwei Jahre Berufsbildung verpflichtend
- Seit 2019 können die Schüler*innen nach elf Jahren Schulzeit zur Berufsausbildung auf ein spezialisiertes Berufskolleg wechseln und dort eine halb- bis zweijährige Ausbildung absolvieren. Die Länge der Ausbildungsprogramme richtet sich nach der Art der gewählten Spezialisierung
- Im tertiären Bildungssektor können an einer der Hochschulen ein Bachelorabschluss (drei Jahre Studium), Masterabschluss (zwei Jahre anschließendes Studium) und ein Doktorgrad (zwei Jahre) erworben werden
- Das Ministry of Employment and Labour Relations (MoELR) bietet in Zusammenarbeit mit der Koreanischen Agentur für internationale Kooperation (KOICA) an Ausbildungsstätten in Tashkent, Samarkand and Shahrisabz Berufsbildung und Umschulung für Arbeitslose zwischen 16 und 50 Jahren an
- Es gibt verschiedene private Anbieter von IT- Wirtschafts- und Sprachlehrgängen
- Weiterbildung ist hauptsächlich von der Wirtschaft organisiert und findet häufig direkt in den Arbeitsstätten statt. Qualität und Anerkennung der Weiterbildungskurse variieren teils stark
Duale Berufsausbildung
- Mit der Verordnung über Maßnahmen zur Organisation der dualen Ausbildung in der beruflichen Bildung wurde für das Schuljahr 2021/2022 die duale Ausbildung nach deutschem Vorbild auf allen Stufen der beruflichen Bildung eingeführt.
- Lehrpläne werden erarbeitet und erprobt
Herausforderungen für die Berufsbildung:
- Umfassende Formationsprozesse
- Einführung eines dualen Ausbildungssystems
- In ländlichen Regionen stellen die Infrastruktur sowie der Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen Herausforderungen für die Schulen dar
- zum Teil unzureichende Infrastruktur, Lehrmaterialien und Ausstattung von Berufsbildungseinrichtungen
- Langsame Digitalisierung der Schulen, zu wenig IT-Equipment für Schüler*innen vorhanden
- Wenig Autonomie der Universitäten, erst seit 2019 können einige Universitäten eigene Lehrpläne verfassen
- Es bestehen große Unterschiede zwischen dem Bedarf der Wirtschaft und den Fähigkeiten der Arbeitnehmer
- Qualifikation der Lehrkräfte
- Keine systematisierte Datenerhebungen und Analysen im Bildungssystem
Quellen:
- iMove (2025). Marktstudie Usbekistan.
- DAAD (2021) Usbekistan. Daten & Analysen zum Hochschul- und Wissenschaftsstandort
- Izawa, E. K., Yamano, T., Safarov, D. & Billetoft, J. (2021). Technical and Vocational Education and Training in Tajikistan and Other Countries in Central Asia: Key Findings and Policy Options (English Edition). Asian Development Bank.
- ADB (2020). Skills Development for a Modern Economy Project: Report and Recommendation of the President; Uzbekistan
- BQ-Portal. Usbekistan.
- Government of Uzbekistan (2018) Education Sector Plan (ESP) of Uzbekistan 2019–2023. Tashkent.
- World Bank. (2018) Uzbekistan Education Sector Analysis.
- UNESCO UIS (2018) Uzbekistan
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