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Kosten und Nutzen: GOVET im Fachdialog mit Costa Rica

Welche Kosten entstehen in der dualen Ausbildung und wer trägt diese Kosten? Welcher Anteil liegt beim Staat, welcher bei den Unternehmen? In welchem Verhältnis stehen Kosten und Nutzen? GOVET informierte costa-ricanische Partner*innen in einem virtuellen Fachvortrag zu diesen Fragen.

Kosten und Nutzen: GOVET im Fachdialog mit Costa Rica

Bei einer dualen Ausbildung entstehen Kosten und diese teilen sich in Deutschland Staat und Wirtschaft. Welche Kostenarten genau auf Unternehmen zukommen – daran war die costa-ricanische Delegation besonders interessiert. In ihrem Fachvortrag im Januar stellte Julia Olesen, Projektleiterin bei GOVET, die Analysen des BIBB zur Erhebung von Kosten und Nutzen in der Berufsbildung vor. Analysen aus dem deutschen Kontext zeigen, dass etwa 85 % direkt mit Personalkosten zusammenhängen: das Gehalt des/der Auszubildenden trägt etwa 61 % zu den Gesamtkosten bei, während 24 % für die Ausbilder*innen anfallen.

An dem Vortrag nahmen 25 costa-ricanischen Vertreter*innen verschiedener Ministerien sowie Wirtschafts- und Sozialpartner teil, die in der Berufsbildungskommission an der Implementierung des 2019 verabschiedeten Berufsbildungsgesetzes zur dualen Berufsausbildung arbeiten (Educación y Formación Técnica Profesional Dual).

Ebenso interessiert waren die Vertreter*innen an der Entwicklung der Kosten und Vorteile über den Verlauf der Ausbildung hinweg. Julia Olesen erläuterte: während zu Beginn die Kosten überwiegen, kann insbesondere im dritten Ausbildungsjahr in manchen Berufen die Bilanz umgekehrt werden, sodass sich die Ausbildung auch für die Unternehmen schon während der Ausbildungszeit lohnt. Dies ist z. B. in handwerklichen Berufen oder in der Logistik der Fall.

Ausbildungsbetriebe profitieren zudem von weiteren Vorteilen. Die Bindung von Mitarbeiter*innen, die unternehmensspezifische Ausbildung und geringere Mitarbeiterwerbungskosten sind weitere Argumente für eine duale Ausbildung.

Der Vortrag stellte für die costa-ricanischen Partner*innen eine wichtige Grundlage dar, um Unternehmen bei Kosten-Nutzen-Fragen gezielt informieren zu können. Die Berufsbildungskommission erarbeitet derzeit Materialien für die Unternehmen, die sich beteiligen möchten. Die Forschungsergebnisse des BIBB fließen als Best Practice Beispiel ein.

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