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Georgien

Georgien

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

  • Rahmen: Regionale Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Kaukasus-Initiative (BMZ): Laufende Zusammenarbeit von 2017 bis 2020 als Teil der Kaukasusinitiative mit den Länder Armenien, Aserbaidschan und Georgien

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems und Verbesserung der Strukturen
  • Neuentwicklung und Anpassung von Curricula an internationale Standards
  • Verbesserung von Lehrmethoden: mehr Praxisnähe und besserer Transfer von Qualifikationszielen in Curricula in berufliche Handlungskompetenzen
  • Verbesserung des Managements in zentralen Bildungseinrichtungen
  • Verbesserung des Qualitätsmanagements
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
  • Unterstützung von insb. kleinen Betrieben für die Ausbildung und Qualifikation ihrer Arbeitnehmer
  • Erhöhung des Lernanteils in Betrieben um Schlüsselkompetenzen wie Entrepreneurship
  • Fremdsprachen und IT-Kenntnisse zu vermitteln (in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern)
  • Übergang von Schule zu Beruf durch die Entwicklung von Strukturen zur Berufsorientierungs- und Karriereberatung

Bundesressorts

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Vorhaben: Regionale Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Kaukasus-Initiative 

Ziele der regionalen Entwicklungszusammenarbeit

  • Übergeordnete Ziele im Kontext der Kaukasus-Initiative (seit 2001): Stärkung von Stabilität, Sicherheit und Wohlstand im Umfeld Europas
  • Ein Schwerpunkt ist die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, insb. die privatwirtschaftliche Entwicklung bei kleineren und mittleren Unternehmen
  • Darunter befinden sich Förderprogramme, die auf die berufliche Qualifizierung in den Branchen, Tourismus und Bau abzielen und von der GIZ in Kooperation mit der Sequa GmbH umgesetzt werden

 Lokale Partner

  • Ministry of Economy and Sustainable Development
  • Ministry of Education and Science

 Auftrag an folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):

  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • Sequa GmbH
  • KfW

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Vorhaben: Privatwirtschaftsentwicklung und Berufsbildung Südkaukasus (im Auftrag des BMZ) 2018 – 2021

Ziele
Die Voraussetzungen für die Entwicklung ausgewählter, außenhandelsorientierter Wirtschaftsbereiche für breitenwirksames Wachstum haben sich verbessert. Arbeitgeberverbände und privatwirtschaftliche Unternehmen bringen sich systematisch in die berufliche Bildung ein.

Maßnahmen

  • Beratung beim Aufbau eines landesweiten Qualitätssystems nach EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management) und ISO 29990
  • Kooperative Berufsbildungsansätze im Bausektor
  • Kooperative Berufsbildungsansätze im Weinsektor
    • Entwicklung der Ausbildung des Sommeliers
  • Entwicklung von dualen Ausbildungen im Bereich IT und Kommunikationsausbildung

  • Entwicklung von dualen Ausbildungen im Bereich Transport/Logisitk

  • Berufliche Fort- und Weiterbildung im Tourismusbereich, Train the Trainers 

  • Zertifizierung nach georgischem Berufsbildungsgesetz

Lokale Partner

  • Nationale Akkreditierungsagentur (NEQE), www.eqe.ge
  • Berufsschulzentrum Spectri, www.spectri.org
  • Geo Turan (Wasser- und Gaspipeline) und Infrastructure Construction Companies Association, www.icca.ge
  • mehrere für den Tourismusbereich (Hotels und Gastronomie) zuständige Verbände und Kammern

Zeitraum

  •  Privatsektoraufbau und Berufsbildung in Georgien (2017- 2020) Link zum Projekt bei der GIZ Link zum Projekt bei der GIZ
  • Berufsbildungsförderung im Südkaukasus (2018-2021) – Link  www.sequa.de/weltweit
  • Kammer- und Verbandsförderung in Georgien (2018 – 2021) 
     

Vorhaben: Privatwirtschaftsentwicklung und Berufsbildung Südkaukasus (im Auftrag des BMZ, 2017 – 2020)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der GIZ (Link oben)

 

Wirtschaft

  • Dynamisches Wirtschaftswachstum seit 2016: 2,8 %, 2017: 4,8 %, 2018: 4,7%, 2019: 4,6 %. Die Prognose von gtai.de für das Jahr 2020 lautet 4,8 % (Folgende Faktoren beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung: Spannungen mit Russland trüben das Investitionsklima; die Weiterverarbeitung von Rohstoffen im Land kommt nur langsam voran; Wirtschaftstreiber sind Export, Dienstleistung, Tourismus, Bau und Straßenbau)
  • Direkte Auslandsinvestitionen: Service (139,8 Mio. US$ ), Finanzen (42,7 Mio. US$), Transport (28,6 Mio. US$), Hotel/Restaurants (25,4 Mio. US$), Produktion (21 Mio. US$)
  • Strukturelle Defizite in den folgenden Bereichen: gering entwickelte industrielle Produktion, hohe Energie- und Rohstoffabhängigkeit, Fachkräftemangel, Steuergerechtigkeit, Rechtssicherheit, Transparenz bei Ausschreibungen
  • Landwirtschaft ist überwiegend Subsistenzwirtschaft (im landwirtschaftlichen Sektor jedoch 50% der Bevölkerung beschäftigt)
  • Die gesamte öffentliche Verschuldung belief sich Ende des Jahres 2014 auf 5,2 Mrd. USD (ca. 31,5% des BIP, überwiegend Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland)
  • Die Inflationsrate lag in 2020 bei 3,8 (2019, 4,3 %)
  • Korruptionsindex (2018) Rang 44 von 180 Ländern (transparency.org, 23.01.2020)
  • Bilaterale Handelspartner: Türkei, Russland, China (beide mit Freihandelsabkommen), Aserbaidschan, Deutschland auf Platz 5
  • Die Gesamteinfuhr deutscher Güter lag im Jahr 2018 bei 72,4 Mio. Euro (GTAI.de, 2019). Die Anteile der Branchen in Prozent: Textilien/Bekleidung 28,9; NE-Metalle 24,6; Nahrungsmittel 21,1; Rohstoffe (außer Brennstoffe) 5,0; Eisen und Stahl 3,3; Getränke/Tabak 2,7; chemische Erzeugnisse 2,4; Maschinen 1,9; Metallwaren 1,6; Kautschukerzeugnisse 1,2; Sonstige 7,3
  • Zurzeit circa 300 deutsche Firmen aktiv
  • Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Georgien vom 1. Juli 2016  (ausgeschlossen Abchasien und Südossetien).

Quellen: GTAI, AHK Georgien

Gesellschaft

Arbeitsmarktindikatoren für 2015

  • Hohe Arbeitslosigkeit im urbanen Raum (17,4 % offiziell (geostat.ge), inoffiziell bis 40 %, GTAI)
  • Geringe Produktivität der Arbeit und Unterbeschäftigung im ländlichen Raum, 41,1% Landbevölkerung unter Armutsgrenze
  • 20,1% der Gesamtbevölkerung leben unterhalb der relativen Armutsgrenze (Worldbank.org, 2018)
  • Hohe Jugendarbeitslosenquote: 11,6 % (15 Jahre und älter) und 29,3 % (15 bis 24 Jahre)
  • Langzeitarbeitslosigkeit insbesondere bei Hochqualifizierten
  • Beschäftigungsraten und Selbstständige unter Personen mit irgendeiner Form der beruflichen Bildung am höchsten
  • Altersstruktur: 0-14 Jahre: 18,1 %; 15-24 Jahre: 11,9 %: 25-54 Jahre: 41 %; 55-64 Jahre: 13 %; 65 Jahre und drüber: 16 %.
  • Alphabetisierungsrate: 99,8 %

Quelle: National Statistics Office of Georgia (2020)

Staat

Zuständig für Berufsbildung ist das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport

  • Reformvorhaben der georgischen Regierung im Kontext des Programms „Strategie der Entwicklung der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2013-2020“
  • Verabschiedung des georgischen Berufsbildungsgesetzes, No. 3442-I (www.matsne.gov.ge, 10.09.2018)
  • Report zur Umsetzung der Berufsbildung innerhalb der Strategie für Bildung und Wissenschaft (2017-2021)
    • Internationalisierung der Berufsbildung entlang des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) und Anpassung der Berufsbildung an Arbeitsmarktbedarfe:
      • Neuer Finanzierungsmechanismus der Berufsausbildung und eine stärkere Einbindung der Wirtschaft (PPP), u.a. in der Erwachsenenbildung mit akkreditierten Kurzkursen sowie dualer und praxisorientierter Berufsbildung;
      • Bisher gibt es 30 duale Ausbildungsgänge mit 600 Auszubildenden (2016-2019), Ausbildungsstart in dualen Gängen im Bereich Logistik und IT
      • Hauptakteursorganisationen UNDP und GIZ mit modularen Trainingseinheiten in dualer Ausbildung u.a. mit der Georgischen Farmer Association, die die Vereinigung „Agro-Duo“ gegründet haben und sich zur Regelung der Agrarberufe verpflichten
      • Ausbau der Zusammenarbeit mit Sozialpartnern über das Bildungsministerium und der „Authorization Board of Vocational Education“; hierbei wurden Quoten der beteiligten Akteure definiert, Arbeitgeber, Gewerkschaften, NGO und internationale Organisationen
  • Anpassung des Systems der nationalen und internationalen Anerkennung von Abschlüssen, um die Mobilität der Absolventen der Berufsbildung zu steigern
  • Entwicklung und Umsetzen eines Qualitätssicherungssystems in der Berufsbildung
  • Kontinuierliche Weiterbildung von Berufsschullehrkräfte und Personalgewinnung (Weltbank, giz)
  • Einführung eines Masterstudiengangs und Trainingsprogramm für Ausbildende
  • Stärkung von Unternehmertum und praxisorientierte Ausbildung zur unternehmerischen Selbständigkeit -  FabLab-Network (USAID, EU, ETF)
  • Entwicklung eines TVET Management Informationssystem (EVET)
  • Durchlässigkeit in der Berufsbildung
    • Flexibilität und Inklusion des Systems
    • Entwicklung von Mechanismen der Anerkennung von formellem und nicht formellem Wissen
    • Aufsetzen von unterschiedlichen Finanzierungsmechanismen
    • Verknüpfung von staatlichen und nichtstaatlichen Berufsfachschule (Aufbau eines Kompetenzzentrums für Bauberufe)
    • Unterstützung des Übergangs von Schule und Beruf durch die Entwicklung von Strukturen zur Berufsorientierung und Attraktivität (Das Berufsbildungsgesetz verpflichtet das Ministerium, Maßnahmen zur Berufsorientierung zu entwickeln)
  • Imagekampagne zur Verbesserung der Wahrnehmung der Berufsbildung (Deutsche Botschaft, GIZ)

Quellen: Ministry of Education, Science, Culture and Sports of Georgia

Das georgische Berufsbildungssystem umfasst fünf Qualifikationsstufen, für die jeweils Diplome erteilt werden:

  • Stufe 1: Der Auszubildende kann unter Anleitung arbeiten
  • Stufe 2: Der Auszubildende kann teilweise unabhängig arbeiten
  • Stufe 3: Der Auszubildende kann sein Wissen in unterschiedlichen Situationen anwenden und hat Problemlösungskompetenzen entwickelt; entspricht Abschluss der mittleren Schulbildung und ermöglicht Hochschulzugang
  • Stufe 4: Der Auszubildende wendet sein Wissen selbstständig und auf verschiedenste Probleme an; Er kann andere Mitarbeiter anleiten und qualitätssichernde Maßnahmen vornehmen
  • Stufe 5: Der Auszubildende kann die Arbeitsplanung und die Koordinierung des Personaleinsatzes vornehmen
  • Voraussetzung für den Beginn einer Ausbildung der 1. Qualifikationsstufe ist der Abschluss der Basisbildung. Um zu einer höheren Qualifikationsstufe zugelassen zu werden, bedarf es des erfolgreichen Abschlusses der vorangegangenen Stufe oder eines Nachweises über eine vergleichbare Qualifikation. Schulabsolventen, die den Abschluss der mittleren Schulbildung erworben haben und den Basistest des einheitlichen Nationalen Examens bestanden haben, fangen direkt mit der 4. Qualifikationsstufe an.
  • Die Berufsbildung kann an den Berufsschulen und Volksschulen erworben werden (Berufsschulen Stufe 1-3; Volksschulen alle Stufen)
  • Gesetzliche Grundlage: „Gesetz zur beruflichen Bildung“ vom 10. September 2020 (28. März 2007 und 21. Juli 2010)
  • Berufsschulen (2020): nicht-staatlich 44, staatlich 23
  • VET Schülerinnen/Schüler (privat/staatlich, 2018):  6.026 (weiblich), 5.929 (männlich)
  • Die meisten wählen Technische Berufe, Gesundheit, Management und Landwirtschaft

Quellen: National Center for Educational Quality Enhancement (eqe.ge),Tracer Study UNDP 2018; BAMF Länderinformationsblatt Georgien (06.2014), Millennium Change account-Georgia (MCA), United Nations Development Programme (UNDP), GIZ, European Union and European Training Foundation (ETF), geostat.ge (2019)


Herausforderungen für die Berufsbildung nach Einschätzung des ETF, 30.10.2019:

  • Eine wachsende Wirtschaft mit Wettbewerbsvorteilen, insbesondere im Tourismus und Verkehr, aber begrenzter Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze
  • Eine schrittweise Verbesserung der Arbeitsmarktindikatoren mit steigender Beschäftigung, aber bescheidener Nutzung des Humankapitalpotenzials
  • Ein spürbarer Grad an Nichtübereinstimmung der Fähigkeiten
  • Probleme beim Übergang der Jugendlichen von der Ausbildung zur Arbeit
  • Armut und Ungleichheit gilt für eine beträchtliche Minderheit der Bevölkerung mit Anzeichen sozialer Ungleichheit bei den Bildungsleistungen 

Quelle: Paper "Vocational Education, Research, 2020 des georgischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport

 

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

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GOVET Workshop: Datenreporting im Südkaukasus
Mittwoch, 14. April 2021

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Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem Südkaukasus tauschten sich am 18. und 19. März intensiv zum Thema Berufsbildungsberichterstattung aus. GOVET organisierte den virtuellen Workshop auf Nachfrage der GIZ.

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Skills4Georgia bringt deutsche und georgische Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen
Mittwoch, 19. Juni 2019

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Auf Einladung des georgischen Bildungsministeriums und der Deutschen Botschaft in Georgien war Birgit Thomann Teil einer internationalen Expertengruppe, die globale Trends in der beruflichen Bildung und deren Anwendbarkeit auf Georgien diskutierte.

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