BP:
 

Kenia

Kenia

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

  • Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in der beruflichen Bildung auf Grundlage der Regierungsverhandlungen (letzte Regierungsverhandlungen im November 2020) mit dem übergeordneten Ziel der Förderung der Jugendbeschäftigung insbesondere in Landwirtschaft und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung


Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit:

  • Wirtschaft mangelt es an gut ausgebildeten Fachkräften
  • Berufsbildungssystem bildet nicht ausreichend beschäftigungsorientiert aus
  • Geringes Ansehen der Berufsbildung
  • Nachhaltige Reduzierung der (Jugend-)Arbeitslosigkeit
  • Sehr großer Anteil an informeller, unregulierter Lehrlingsausbildung

Bundesressorts

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Übergeordnetes Ziel der Entwicklungszusammenarbeit mit Kenia ist es, die Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen zu verbessern, insbesondere in Landwirtschaft und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung
  • Weiterer Ausbau der 2017 gestarteten kenianisch-deutschen Berufsbildungsinitiative (Kenyan-German TVET Initiative, KGTI)

Lokale Partner:

  • Ministry of Agriculture, Livestock, Fisheries and Cooperatives (MoALFC)
  • Ministry of Education (MoE)

Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Regierungsverhandlungen

Aufträge an folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):

  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • KfW Entwicklungsbank
  • Sequa gGmbH

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Vorhaben 1: Einführung Dualer Berufsausbildung in Kenia (Förderung der Jugendbeschäftigung und beruflichen Bildung in Kenia)

  • im Auftrag des BMZ
  • Zeitraum: 2019 – 2022

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Kenia verringert die Jugendarbeitslosigkeit, indem es das berufliche Bildungswesen verbessert.

Lokale Partner:

  • Ministry of Education (MoE)

Maßnahmen:

  • Unterstützung von sieben nationalen Ausbildungseinrichtungen bei der Entwicklung zu Kompetenzzentren und der Erprobung eines dualen (kooperativen) Berufsbildungsmodells
  • Bildungszentren entwickeln ihre Lehrpläne für ausgewählte Berufe in Zusammenarbeit mit Branchenfachleuten.
  • Weiterbildung von Ausbildenden zur effektiven Umsetzung des kooperativen Bildungsmodells
  • Digitalisierung von Lerninhalten für integrierte Bildungsformate
  • Beratung staatlicher Stellen zur Verbesserung der Koordinierung und Regelung der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Zum Projekt bei der GIZ

Vorhaben 2: Jugendbeschäftigung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Westen Kenias

  • im Auftrag des BMZ
  • Zeitraum: 2020 – 2022

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Die Landjugend profitiert von verbesserten Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in ausgewählten Wertschöpfungsketten der Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Lokale Partner:

  • Ministry of Agriculture, Livestock, Fisheries and Cooperatives (MoALFC)

Maßnahmen:

  • Zusammen mit dem Globalvorhaben „Beschäftigung im ländlichen Raum mit Fokus auf Jugendliche“, das über die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird, bildet das Vorhaben die Initiative „Agri-Jobs 4 Youth“.
  • Stärkung von Kompetenzen bei staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren und der Privatwirtschaft, damit sie besser auf die Bedürfnisse der arbeitslosen oder unterbeschäftigten Landjugend eingehen können.
  • Unterstützung nachhaltiger Jugendorganisationen und ‑netzwerke um der Jugend im ländlichen Raum wichtigen Zugang zu Informationen, Produktionsmitteln, Land oder Finanzierungsmöglichkeiten zu ermöglichen

Zum Projekt bei der GIZ


Vorhaben 3: Förderung von Beschäftigung und Unternehmertum in Turkana West

  • im Auftrag des BMZ
  • Zeitraum: 2022 – 2024

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Die wirtschaftliche Selbstständigkeit junger Geflüchteter und Angehöriger der einheimischen Bevölkerung im kenianischen Turkana West Sub-County, einer der ärmsten und strukturell schwächsten Countys in Kenia, verbessert sich.

Lokale Partner:

  • Department of Refugee Services, Ministry of Interior and Coordination and Coordination of National Government

Maßnahmen:

  • Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren die in Turkana West leben, erhalten die Möglichkeit, an einer spezialisierten beruflichen Aus- und Weiterbildung teilzunehmen
  • Angebot von Informationen zum Arbeitsmarkt und auf persönliche Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung zu Fragen rund um das Berufsleben

Zum Projekt bei der GIZ


KfW Entwicklungsbank

Vorhaben 1: Förderung der beruflichen Bildung und Beschäftigung II

  • im Auftrag des BMZ
  • Zeitraum: seit 2016

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Beschäftigung von jungen Menschen in Kenia erhöhen und das Angebot an qualifizierten Fachkräften verbessern.

Lokale Partner:

  • Ministry of Education, Science and Technology

Maßnahmen:

  • 2017 wurde die Kenianisch-Deutsche Berufsbildungsinitiative (Kenyan-German TVET Initiative, KGTI) initiiert um Jugendbeschäftigung in Kenia zu fördern.
  • Errichtung von Exzellenzzentren für kooperative Berufsbildung ("CoE") an ausgewählten öffentlichen Berufsschulen in Kenia, die hochwertige, arbeitsmarktorientierte Ausbildung für die kenianische Jugend in spezifischen Berufsfeldern mit einer starken Beteiligung lokaler Industrien anbieten

Zum Projekt bei der KfW


Vorhaben 2: Wings to Fly - Förderung von Jugendlichen durch Stipendien – Folgevorhaben (Phase 5)

  • Im Auftrag des BMZ
  • Zeitraum: 2013 – 2022 (fortlaufend)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Bedürftige Jugendliche mit bisher herausragenden Leistungen durch Stipendien für den Besuch einer qualitativ angemessenen beruflichen Ausbildung, Entrepreneurshiptraining und Zugang zu Start-Up Financing, sowie Mentoring, außerschulische Veranstaltungen und Beratung zu fördern.
  • Verbesserung der Beschäftigung qualifizierter Arbeitskräfte in Kenia

Lokale Partner:

  • Ministry of Education, Science and Technology

Maßnahmen:

  • Vergabe von Stipendien
  • Beratung bei der Berufswahl
  • (vor-)berufliche "life skills"-Kurse
  • COVID-19 Mitigationsmaßnahmen zur Ermöglichung von Distanzlernen (u.a. zusätzliche Sozialstipendien; solarbetriebene Multi-Purpose-Geräte, Tablets/Laptops und Beratungsangebote)

Zum Projekt bei der KfW


Sequa gGmbH

Vorhaben 1: Stärkung von Schulpartnerschaften im Rahmen des GIZ-Projekts „Jugendbeschäftigung und berufliche Bildung in Kenia

  • im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)
  • Zeitraum: 2021 – 2022

Partner:

  • Berufliches Schulzentrum I Oskar-von-Miller Schwandorf (BSZ Schwandorf I)
  • Landesverband der Gewerbefachlehrer und Fachschullehrer (VGF)
  • Lernende Region e.V. (Landkreis Schwandorf)
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum Bamberg (SBSZ BA)
  • TÜV Rheinland Akademie GmbH

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Ziel der Maßnahme ist die Förderung von Schulpartnerschaften an den drei kenianischen Berufsbildungseinrichtungen Kiambu Institute of Science and Technology (KIST), Nairobi Technical Training Institute (NTTI) und Thika Technical Training Institute (TTTI)

Lokale Partner:

  • Kiambu Institute of Science and Technology (KIST)
  • Nairobi Technical Training Institute (NTTI)
  • Thika Technical Training Institute (TTTI)

Maßnahmen:

  • Aufbau von Peer-Learning-Format mit einer starken digitalen Komponente zur Weiterbildung von Berufsbildungspersonal im Bereich der kooperativen Berufsbildung (z. B. zur Gestaltung kooperativer Ausbildungsprogramme, Berufsschulmanagement, Kompetenzzentren)

Zum Projekt bei der sequa gGmbH


Vorhaben 2: Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Handwerkskammer (HWK) Hannover und der Auma Obama Stiftung Sauti Kuu (SKF) sowie weiteren Berufsbildungseinrichtungen und der Kenyan Chamber of Commerce and Industries (KNCCI) Kisumu in Kenia

  • Im Auftrag des BMZ
  • Laufzeit: 2020-2023

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Die Berufsbildungspartnerschaft zielt darauf ab, dass die Sauti Kuu Foundation sowie weitere Berufsbildungseinrichtungen und Vertreter der verfassten Wirtschaft gemeinsam in der Lage sind, durch eine bedarfsgerechte praktische Berufsorientierung und -qualifizierung nachhaltig das bestehende Angebot der Berufsbildung für benachteiligte Jugendliche in Kisumu und Siaya County zu stärken.

Lokale Partner:

  • Kenyan Chamber of Commerce and Industries (KNCCI)
  • Sauti Kuu Foundation (SKF)

Maßnahmen:

  • Stärkung der Kapazität der beteiligten Berufsbildungseinrichtungen und der Beteiligung des Privatsektors
  • Angebot eines Berufsorientierungsprogramm mit nachfolgender Qualifizierungsmöglichkeit.

Zum Projekt in der GOVET-Projektdatenbank

Zum Projekt bei der sequa gGmbH

Nichtregierungsorganisationen

AHK Kenia

Vorhaben: Skills Expert Programm

  • im Auftrag des DIHK, gefördert vom BMWK

Zeitraum: fortlaufend

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Förderung der Ausbildung vor Ort mit dem Ziel der Fachkräftesicherung dt. Unternehmen im Ausland

Maßnahmen:

  • Unterstützung der ersten Initiativen im Land zum Aufbau dualer Ausbildung, z. B. im Tourismus und pharmazeutischem Sektor
  • Vernetzung lokaler Akteure in der Berufsbildung durch Runden Tisch
  • Beratungs- und Informationsformate zu dualer Ausbildung

Zum Projekt bei der AHK Kenia

Wirtschaft

  • United Nations Human Development Index: 2021: Der Human Development Index (HDI) von Kenia beträgt 0,575. Das entspricht dem Rang 152 von 189 Ländern (Quelle: UNDP)
  • BIP je Einwohner in US $ (GDP per capita in US $): 2018: 1.794; 2019: 1.909; 2020: 1.872; 2021: 2.007 (Quelle: Worldbank)
  • Veränderung des realen BIP zum Vorjahr (GDP growth annual): 2019: 5,1 %; 2020: -0,3 %; 2021: 7,5 % (Quelle: Worldbank)
  • Inflationsrate (GDP deflator annual): 2019: 4,3 %; 2020: 4,9 %; 2021: 5 % (Quelle: Worldbank), starker Anstieg in 2022: September 2022: 9,2 % (Quelle: TradingEconomics)
  • Hauptbranchen (Anteil an nominaler Bruttowertschöpfung): 2020: Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft 24,5 %; Transport/Logistik/Kommunikation 14,2 %; Bergbau/Industrie 11,1 %; Handel/Gaststätten/Hotels 9,4 %; Bau 7,4 %; Sonstige 33,4 %  (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Importländer: 2020: China 20,5 %; Indien 10,8 %; Vereinigte Arabische Emirate 8,3 %; Saudi-Arabien 5,3 %; Japan 4,6 % (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Exportländer: 2020: Uganda 12,3 %; Niederlande 8,3 %; USA 8 %; Pakistan 7,2 %; Vereinigtes Königreich 6,7 % (Quelle: GTAI)

Gesellschaft

  • Einwohnerzahl: 2021: 54,986 Mio. (Quelle: Worldbank)
  • Bevölkerungswachstum: 2019: 2,3 %: 2020: 2,3 %; 2021: 2,2 % (Quelle: Worldbank)
  • Altersstruktur: 2020 (geschätzt): 0-14 Jahre: 38,71 %; 15-24 Jahre: 20,45 %; 25-54 Jahre: 33,75 %; 55-64 Jahre: 4,01 %; 65 Jahre und älter: 3,07 % (Quelle: World Fact Book)
  • Alphabetisierungsrate (15 Jahre und älter): 2014: 79 %; 2018: 82 % (Quelle: Worldbank)
  • Arbeitslosenquote: 2019: 5 % (Quelle: Ilostat)
  • Jugendarbeitslosenquote: 2019: 12, 8 % (Quelle: Ilostat) 
  • Jugendliche, die sich nicht in nicht in Arbeit, Schul- oder Berufsausbildung befinden (NEET): 2019: 19,7 % (Quelle: Ilostat)

Staat

  • Zuständig für Berufsbildung ist auf nationalem Leven das Bildungsministerium über das State Department for Vocational & Technical Training
  • Darüber hinaus sind je nach Berufsgruppe weitere Ministerien involviert
  • Beteiligung mehrerer Regierungsbehörden, u.a.: TVETA (Behörde für Berufsbildung), NITA (Nationale Behörde für Industrietraining), KASNEB (Kenianische Prüfungsbehörde für Buchhalter*innen und Sekretär*innen)

Berufsbildungssystem

  • Die Ausbildung an öffentlichen Berufsbildungsinstituten findet statt als: Handwerkerausbildung in Vocational Training Centres (VTC), Gehobene Handwerkerausbildung in Technical and Vocational Colleges (TVC) oder Technologische Ausbildung in National Polytechnics (NP)
  • Ausbildungen an VTCs dauern bis zu zwei Jahre und werden mit einem Trade Test Certificate abgeschlossen, wobei es vier Stufen von Zertifikaten gibt: Artisan, Trade Test III, II und I.
  • Die Kosten für eine Ausbildung sind unterschiedlich
  • 2021 wurden mit Unterstützung der AHK Kenia und GIZ erste duale Ausbildungsprogramme gestartet, die auf eine gute Vernetzung mit Wirtschaftsverbänden bauen
  • Es gibt einen sehr großen (im genauen Umfang nicht erfassten) Anteil an Menschen welche sich in informeller handwerklicher Ausbildung befinden. Diese wird Jua-Kali genannt – Swahili für heiße Sonne, da nicht in einer Werkstatt, sondern in der Sonne (oft am Straßenrand) gearbeitet und gelernt wird. 
     

Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • Geringes Ansehen der beruflichen Ausbildung, geringe Nachfrage trotz Kapazitäten
  • Sehr große Anzahl an Beschäftigten und Auszubildenden im informellen Sektor
  • Zugang zu beruflicher Bildung ist nicht gleichberechtigt möglich
  • Steuerung des Berufsbildungssystems muss verbessert werden (u.a. nicht ausreichende Datenerhebungen und Analysen)
  • Curricula nicht an Nachfrage des Arbeitsmarkts angepasst
  • Zusammenarbeit zwischen staatlichen Berufsbildungsanbietern und Akteuren der Wirtschaft bisher zu gering
  • Qualitätsunterschiede in der Berufsausbildung zwischen ländlichen und städtischen Gebieten
  • Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Berufsbildung finden wenig Beachtung
     

Quellen:

  • iMove Training made in Germany. (2017). Marktstudie Kenia: für den Export beruflicher Aus- und Weiterbildung.
  • UNESCO-UNEVOC. (2018). TVET Country Profiles. Kenya
  • Republic of Kenya. Ministry of Education. (2018). National Education Strategic Plan for the period 2018-2022.
  • Technical and Vocational Education and Training Authority. (2020). National TVET Standards. Kenya Report 2020

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

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Berufsbildung

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