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Datenbank Berufsbildungszusammenarbeit

Privatwirtschaftsentwicklung und Berufsbildung im Südkaukasus (Regionalprojekt)
Land: Armenien, Aserbaidschan, Georgien
Ziele und Wirkungen des Vorhabens/Projekts:

Ziel: Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial erleben eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Durch verbesserte berufliche Bildungs- und Qualifizierungsangebote und eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit von KKMU in beschäftigungsintensiven Sektoren verbessert sich die Beschäftigungssituation in den ausgewählten Sektoren. Damit wird ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen besonders für Frauen und junge Menschen geleistet. Im Rahmen internationaler Zielvereinbarungen trägt das Vorhaben direkt zur Erreichung von SDG 4 (Bildung), SDG 8 (nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung), sowie durch die explizite Befassung mit der Green Economy auch zu SDG 9 (inklusive und nachhaltige Industrialisierung, Innovation) bei.


Wirkung: Seit 2013 konnte das Vorhaben zusammen mit einem Vorgängerprogramm zur Wirtschaftsförderung im Südkaukasus folgende Wirkungen erzielen:

Armenien: Im Tourismus haben kleine Unternehmen (insb. in den beiden ländlichen Regionen Gegharkunik und Vayots Dzor) ihr Angebot verbessert und erhielten Zugang zu Finanzierungen. Das Ausbildungsprogramm „Önologie und Weinwirtschaft“ wurde erfolgreich aufgebaut. Die duale Berufsausbildung ist im armenischen Regierungsprogramm 2019 bis 2024 verankert. Mit einer Kofinanzierung der EU wurden mehr als 450 neue Jobs und über 150 neue Unternehmen geschaffen. Darüber hinaus erhielten rund 10.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Start-ups Unterstützung durch Trainingsmaßnahmen und Zuschüsse. 56 Unternehmen konnten Kapital in Höhe von 6,7 Millionen Euro generieren. 600 Unternehmerinnen haben sich in einem neu gegründeten Verein zusammengeschlossen. 

Aserbaidschan: Der Austausch zwischen Ministerien, öffentlichen Einrichtungen und der Privatwirtschaft in der Berufsbildung hat sich verbessert. Entsprechend den Bedarfen wurden Module für Kurzzeittrainings entwickelt und durchgeführt. 60 Bauern konnten ihre Produktion dadurch erheblich verbessern. Ein gemeindebasiertes Modell um den Göygöl National Park fördert die Entwicklung des Tourismus und schafft Einkommen. Mit Kofinanzierung der EU wurde ein duales Berufsbildungsangebot geschaffen und 488 Auszubildende wurden in Tourismus und Landwirtschaft ausgebildet. Dafür haben drei Berufsschulen und 74 Unternehmen zusammengearbeitet, von denen die Hälfte KMU waren. Das Vorhaben unterstützte die Berufsschulen auch mit Ausrüstung und Werkstätten.

Georgien: Firmen haben sich zu Clustern zusammengeschlossen und verbessern gemeinsam die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Weinunternehmen konnten ihren Absatz in der EU in zwei Jahren um 68 Prozent und ihren Umsatz um 121 Prozent steigern. Außerdem konnten 300 touristische Unterkünfte ihre Dienstleistungen verbessern und weiteres Einkommen erzielen. Ende 2016 etablierte sich mit Hilfe des Vorhabens die erste duale Berufsbildung für Winzer. Im Rahmen einer EU-Kofinanzierung wurden Unternehmen in den Bereichen IT, Film, Möbel- und Innendesign sowie Bekleidung unterstützt, Geschäftsbeziehungen mit europäischen Unternehmen aufzubauen. Daraus entstanden neue Produkte und Arbeitsplätze. Mehr als 100 KMU sind nun in Clustern organisiert. Dies kommt etwa 1.500 Beschäftigten zugute.

Regionaler Austausch: Die regionalen Austauschakademien für Teilnehmer des öffentlichen und privaten Sektors schaffen eine Plattform für themenspezifisches Lernen, fachlichen Austausch und weiterführende Kooperationen für nationale, regionale und sektorale Projekte, unter anderem zu dual orientierter Berufsbildung oder grenzüberschreitendem Tourismus.

Aktuelle Laufzeit: 01.01.2017 - 31.12.2023
Beratungsschwerpunkte: Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft, Lernen im Arbeitsprozess
Branchen/Berufszweige: Handwerk, Landwirtschaft und Ernährung, Hotel/Gastronomie/Tourismus, IT-Berufe, Handel und Logistik
Berufe:
Beteiligte Akteursgruppen: Bundesministerien, Privatwirtschaft, Internationale Organisationen, Ressortnahe Einrichtungen, Partner vor Ort
Beteiligte Akteure: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), sequa gGmbH Partner der deutschen Wirtschaft, Europäische Union (EU), Ministry of Economy (MoE) Armenien, Ministry of Economy (MoE) Aserbaidschan, Ministry of Economy and Sustainable Development (MoESD) Georgien
Zielgruppen (Kategorien): Auszubildende, Junge Erwachsene, Arbeitnehmer*innen, Bildungspersonal
Zielgruppe/Begünstigte:
Beschreibung:

Die drei Länder des Südkaukasus, Armenien, Aserbaidschan und Georgien, müssen ein breitenwirksames Wachstum schaffen, um das Stadt-Land-Gefälle und die Armut, vor allem in ländlichen Regionen, zu reduzieren. In den arbeitsmarktrelevanten Sektoren, wie Tourismus und Landwirtschaft, werden hierfür Fachkräfte benötigt, die entsprechend der Bedarfe der Privatwirtschaft ausgebildet sind. In der beruflichen Bildung sind die notwendigen Voraussetzungen dafür nicht ausreichend. Vor allem fehlen eine gezielte Einbindung des Privatsektors und eine praxisorientiertere Ausbildung. Das Programm baut auf den Wirkungen des Vorgängerprogramms „Privatwirtschaftsförderung im Südkaukasus“ (2013–2017) auf.

In Armenien ist die Beratung des Vorhabens auf Weinbau, Tourismus und IT ausgerichtet, in Aserbaidschan auf Weinbau, Landwirtschaft, Tourismus sowie Transport und Logistik und in Georgien auf Weinbau, Tourismus, Bauwirtschaft, IT und Bekleidung.


Das Vorhaben setzt auf der Angebots- und auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarkts an, um die Grundlagen für Beschäftigung zu verbessern. Dazu bindet es die Privatwirtschaft stärker in die berufliche Bildung ein und steigert zudem die Wettbewerbsfähigkeit von Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial. Das Vorhaben arbeitet in folgenden Themenfeldern:

Förderung der Privatwirtschaft. Die Leistungsfähigkeit maßgeblicher Institutionen der Unternehmensförderung, lokaler Regierungseinheiten und ausgewählter Unternehmen wird gestärkt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und nachhaltige Geschäftsmodelle in beschäftigungsrelevanten Sektoren zu entwickeln.


Berufliche Bildung. Die Bedarfe für die Personalqualifizierung werden analysiert und geeignete Bildungsanbieter ermittelt. Sie werden dabei unterstützt, Curricula für berufliche Qualifizierungen neu zu entwickeln und an internationale Standards anzupassen. Lehrmethoden und Management in zentralen Bildungseinrichtungen werden verbessert. Qualitätsmanagement, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die Entwicklung dual orientierter Ausbildungsgänge stehen dabei im Vordergrund.


Regionaler und internationaler Erfahrungsaustausch. Durch themenspezifische Austauschformate lernen die Durchführungspartner in der Region voneinander und vernetzen sich. In Regionalakademien entwickeln Ministerien und regionale Partner gemeinsam Kooperationsansätze für Berufsbildung, Tourismus und Weinbau.

Potenziale (Anknüpfungspunkte):
Links: https://www.giz.de/de/weltweit/20324.html
Ansprechpartner: Katja Kammerer, Email: katja.kammerer@giz.de; Hans-Jürgen Cassens, hans-juergen.cassens@giz.de