BP:
 

Ghana

Ghana

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

  • Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in der beruflichen Bildung auf Grundlage der Regierungsverhandlungen (letzte Regierungsverhandlungen im Oktober 2018)
  • Gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem ghanaischen und deutschen Bildungsministerium (unterzeichnet am 29.07.2019)

Zeitraum:

  • Laufende Zusammenarbeit besteht seit 2006, seit 2012 bildet die Berufliche Bildung einen Schwerpunkt in der EZ mit Ghana
  • Seit dem 29.07.2019 wird das deutsche Berufsbildungsportfolio in Ghana um Aktivitäten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ergänzt.

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Wirtschaft mangelt es an gut ausgebildeten Fachkräften
  • Ghana hat ambitionierte Pläne zur Industrialisierung des Landes (u.a. mit der Strategie „One District – One Factory“, „Ghana beyond Aid“), jedoch schreitet die Industrialisierung zögerlich voran
  • Berufsbildungsreform, verabschiedet Ende 2020, ist die Basis für bessere Strukturen im Berufsbildungssystem und befindet sich in der Umsetzung
  • Berufsbildungssystem bildet nicht ausreichend beschäftigungsorientiert aus
  • Traditionelle Lehrlingsausbildung in der informellen Wirtschaft ist vorherrschende Form der Berufsausbildung
  • Nachhaltige Reduzierung der (Jugend-)Arbeitslosigkeit
  • Geringes Ansehen der Berufsbildung
  • Ziel der Regierung ist es, das formale und informelle Berufsbildungssystem zu verbessern sowie Existenzgründungen zu fördern

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Nachhaltige Stärkung und qualitative Weiterentwicklung des ghanaischen Berufsbildungssystems
  • Unterstützung der nationalen Berufsbildungsbehörde Commission for Technical and Vocational Education and Training (CTVET, vormals Council for Technical and Vocational Education and Training (COTVET), in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Fokus auf zwei Themenbereiche: Berufsbildungsberichterstattung und Organisationsentwicklung


Lokale Partner:

  • Ministry of Education (MoE)
  • Commission for Technical and Vocational Education and Training (CTVET, nationale Berufsbildungsagentur des Bildungsministeriums)


Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Seit Juli 2019 gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem ghanaischen und deutschen Bildungsministerium
  • Auftrag an folgende nachgeordnete Behörde: GOVET/BIBB
     

Zeitraum: seit 2019
 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Stärkung der nationalen Berufsbildungsbehörde Commission for Technical and Vocational Education and Training (CTVET) (Programm Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung)
  • Aufbau einer arbeitsmarktorientierten Berufsbildung mit Fokus auf die ärmeren Bevölkerungsgruppen und den informellen Sektor
  • Fokus auf berufliche Bildung in der Landwirtschaft, im Handwerk, im IKT Sektor sowie im Bereich erneuerbarer Energien
  • Weiterbildungsmöglichkeiten in der Form von praxisorientierten Kurzkursen, die durch Gutscheine finanziert werden (Ghana TVET Voucher Programme, finanzielle Zusammenarbeit)
  • Stärkung von Bleibeperspektiven und Reintegration von Rückkehrenden durch Weiterbildung und Qualifizierung („Perspektive Heimat“)
  • ​​​​​​​Abbau von Investitionshemmnissen durch die Umsetzung der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung


Lokale Partner:

  • Ministry of Finance and Economic Planning (MoF)
  • Ministry of Education (MoE)
  • Commission for Technical and Vocational Education and Training (CTVET, nationale Berufsbildungsagentur des Bildungsministeriums)
  • Afrikanische Union


Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Regierungsverhandlungen
  • Umsetzung durch folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):
    • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
    • KfW Entwicklungsbank
    • sequa gGmbH

Zeitraum: fortlaufend

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET)

im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Vorhaben: Nachhaltige Stärkung des Berufsbildungssystems
Ziel: Auf Basis der im Juli 2019 geschlossenen Absichtserklärung kooperieren GOVET und COTVET in zwei Handlungsfeldern. GOVET unterstützt beim Aufbau eines Systems zur Berufsbildungsberichterstattung und berät den ghanaischen Partner im Bereich Organisationsentwicklung.
Politischer Träger: Ministry of Education (MoE)
Partner: Commission for Technical and Vocational Education and Training (CTVET, nationale Berufsbildungsagentur des Bildungsministeriums)
Zeitraum: seit 2019

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Vorhaben 1: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung – Arbeitsfeld Berufsbildungsinitiative Ghana/Ghana Skills Development Initiative (GSDI)
Ziel: Die Beschäftigungsfähigkeit von Auszubildenden, Arbeitskräften und Meistern in ausgewählten Sektoren des informellen Sektors ist verbessert. Im Rahmen des Vorhabens wurde CTVET dabei unterstützt Sector Skill Bodies (SSB) zu implementieren, die die Einbindung der Wirtschaft in das Berufsbildungssystem verbessern sollen.
Politischer Träger: Ministry of Finance and Economic Planning (MoF)
Partner: Nationale Berufsbildungsagentur CTVET, Ko-Finanzierung mit Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Zeitraum: Gesamtvorhaben 2006-2022

Link zum Projekt in der GOVET Datenbank

Link zum Projekt

Vorhaben 2: Markteinstieg in erneuerbare Energien und Energieeffizienz für Ghanas produktiven Sektor inkl. Komponente zu nachfrageorientierter beruflicher Qualifizierung für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz
Ziel: Markteinstieg in Erneuerbare Energien und Energieffizienz für Ghanas produktiven Sektor und TVET
Politische Träger: Ministerium für Energie
Zeitraum: 2015 - 2023      

Link zum Projekt in der GOVET Datenbank

Link zum Projekt bei der GIZ

Weitere Vorhaben der GIZ GmbH mit Anteilen der beruflichen Bildung:

KfW-Entwicklungsbank

Vorhaben: Förderung der beruflichen Bildung in Ghana Phase I und II (Teil des Programms Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung) Ghana TVET Voucher Project (GTVP)
Ziel: Ziel des FZ-Moduls ist die Verbesserung des Zugangs von Inhaberinnen und Inhabern, Lehrlingen und Angestellten von Klein- und Kleinstbetrieben des informellen Sektors zu bedarfsgerechter beruflicher Bildung. Die zuständige ghanaische Berufsbildungsbehörde vermittelt in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden FZ-subventionierte Weiterbildungsgutscheine für Angebote beruflicher Aus- und Weiterbildung bei akkreditierten Trainingsanbietern.
Partner: CTVET (nationale Berufsbildungsagentur)
Zeitraum: Phase I: 2015 – 2020, Phase II: 2018 - 2021

Link zum Projekt bei der KfW


Sequa gGmbH

Vorhaben 1: PartnerAfrika: Berufsvorbereitung in Ghana

Ziel: Zugang zu beruflicher Bildung für benachteiligte Jugendlichen in der Region zu verbessern. Das Vorhaben beruht im Wesentliche auf den drei Komponenten Kompetenzanalyse, Kurzqualifizierungen sowie aktive Arbeitsvermittlung.
Beteiligte: bfz Internationaler Bereich gGmbH (Lead), Don Bosco Jugendnetzwerk Westafrika
Zeitraum: 01.09.2019 – 30.11.2022

Link zum Projekt auf der Website der sequa gGmbH

Vorhaben 2: ARCHIPELAGO: afrikanisch-europäische Berufsbildungs-Initiative
Ziel: Verbesserung von Beschäftigungsmöglichkeiten und Beschäftigungsfähigkeit, indem lokale Ausbildungs- und Berufsressourcen entwickelt werden, die an die Bedürfnisse des Privatsektors angepasst sind.
Zeitraum: 11.01.2019 – 10.01.2023

Link zum Projekt auf der Website der sequa gGmbH

Außerdem zwei aktive Kammern- und Verbandspartnerschaften:

https://www.sequa.de/weltweit/projektdatenbank/ghana-foerderung-von-frucht-und-gemueseverbaenden-842/

https://www.sequa.de/weltweit/projektdatenbank/kammer-und-verbandsfoerderung-in-ghana-765/

 

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Vorhaben:
Skills Experts
Ziel: Das Skills Experts Programm soll insbesondere kleine und mittlere deutsche Unternehmen im Ausland bei der Qualifizierung lokaler Fachkräfte unterstützen. Ein Skills Expert steht den Mitgliedsunternehmen und Partnern der Delegation der deutschen Wirtschaft (AHK) in Accra als Ansprechpartner zur Verfügung.
Partner: Auslandshandelskammer (AHK)

Zeitraum: seit November 2019

Wirtschaft

  • Durch die Corona-Pandemie schrumpfte die Wirtschaft 2020 um etwa 1 %, davor anhaltendes Wirtschaftswachstum, 2018 in Höhe von 6,2 % und 2019 6,5 %s (Quelle: Germany Trade and Invest und Weltbank)
  • Vergleichsweise hohe wirtschaftliche Stabilität, aber keine globale Wettbewerbsfähigkeit
  • Behinderung unternehmerischen Handelns u.a. durch Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, unzulängliche und teure Infrastruktur und erschwerten Zugang zu moderner Technologie vor allem für (K)KMU oder die informelle Wirtschaft
  • Landwirtschaft neben dem Rohstoffexport weiterhin wichtigster Wirtschaftssektor
  • BIP in 2019: 65 Milliarden US-Dollar (vorläufige Schätzung, Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Inflationsrate 2020: 10,6 % (vorläufige Schätzung, Quelle: International Monetary Fund)
  • Arbeitslosenquote 2020: 4,5 % (der verfügbaren Arbeitskräfte, % of total labor force) (Quelle: Weltbank)
  • Zwischen 60-80 % der Arbeitskräfte arbeiten im informellen Sektor (Quelle: International Labour Organization, Ghana Statistical Service)

Gesellschaft

  • Sehr junge Bevölkerung mit 56 % jünger als 24 Jahre (Quelle: Germany Trade and Invest)
  • Geschätzte Alphabetisierungsrate liegt bei 79% (2018) (Quelle: Weltbank)
  • Große Teile der Bevölkerung arbeiten auf Subsistenzniveau im informellen Sektor und in der Landwirtschaft; Human Development Index (HDI) in 2020: Rang 138 von 189 (Quelle: UNDP)
  • Niedriges Berufsbildungsniveau, geringe Arbeitsproduktivität

Staat

  • Regierung will
    • Qualität des Berufsbildungssektors erhöhen, Ausbildungsstandards verbessern
    • Qualität der traditionellen Lehrlingsausbildung verbessern
    • Produktionssteigerung im Agrarsektor durch Reform der Aus- und Weiterbildung
  • Hauptsächlich für Berufsbildung zuständige Institution: CTVET – Commission for Technical and Vocational Education and Training (nationale Berufsbildungsagentur des Bildungsministeriums)
  • Der Berufsbildung wird eine große Bedeutung beigemessen

Berufsbildungssystem

  • Wahlmöglichkeiten nach Abschluss des allgemeinen Schulsystems (Klasse 9, also nach der Junior High School):
    • 3-jähriger Besuch einer Secondary Technical School, danach Hochschulstudium oder Besuch einer polytechnischen berufsbildenden Fachschule (Polytechnic) oder technischen Universität (Technical University) möglich
    • 3-jähriger Besuch eines Technical Institutes, danach Besuch einer berufsbildenden Fachschule (Polytechnic) oder technischen Universität (Technical University möglich)
  • Auch schon vor Abschluss des allgemeinen Schulsystems: 2 – 3½ jährige informelle, traditionelle Berufsausbildung (Arbeiten und Lernen im Klein-/Kleinstbetrieb). Diese traditionelle Lehrlingsausbildung ist in der informellen Wirtschaft die vorherrschende Ausbildungsform
    • Eintritt in den Arbeitsmarkt oftmals als ungelernte Kraft
  • Ende 2020 wurde eine umfassende Reform des Berufsbildungssystems verabschiedet (Education Bodies Regulatory Act). Ziel ist es die Verantwortlichkeit im System stärker zu bündeln. Wichtigste Bestandteile des Gesetztes, die nun schrittweise umgesetzt werden sind:
    • COTVET, die nationale Berufsbildungsagentur, wird von einem Council zu einer Commission (Commission for Technical and Vocational Education and Training / CTVET) ernannt
    • Verdeutlichung des Mandats von CTVET/ MoE als zuständige Stelle für Berufsbildung im Land
    • Zuordnung der NVTI-Institute und von NAPBTEX unter der neuen Commission
    • Ausweitung der Aufgaben von CTVET (z. B. Berufsbildungsberichterstattung)

Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • Steuerung des Berufsbildungssystems muss verbessert werden (u.a. fehlende Datenerhebungen und Analysen)
  • Ausbilder und Lehrkräfte sind nicht ausreichend qualifiziert
  • Unzureichende Infrastruktur, Lehrmaterialien und Ausstattung von Berufsbildungseinrichtungen
  • Zusammenarbeit zwischen staatlichen Berufsbildungsanbietern und Akteuren der Wirtschaft bisher zu gering
  • Unternehmen bemängeln niedrige Ausbildungsqualität und geringe Relevanz der vermittelten Fertigkeiten
  • Mangelnde übergeordnete Koordinierung und offizielle Standards in der traditionellen Lehrlingsausbildung
  • Traditionell erworbene Ausbildungsabschlüsse und informell erworbene Kompetenzen bleiben ohne offizielle Anerkennung
  • Frauen und benachteiligte Personen werden bisher zu wenig berücksichtigt
  • Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Berufsbildung finden wenig Beachtung

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

Bildung

weiterlesen

Wirtschaft

weiterlesen

Allgemeine Informationen

weiterlesen

Nachrichten/Artikel/Studien

weiterlesen

Deutsches Engagement/Kooperationen

weiterlesen

Berufsbildung

weiterlesen
COVID-19 Pandemie – Stresstest für Ausbildungssysteme der Partnerländer
Dienstag, 13. Juli 2021

COVID-19 Pandemie – Stresstest für Ausbildungssysteme der Partnerländer

COVID-19 stellt die Berufsbildungssysteme in allen Ländern vor gravierende Herausforderungen. GOVET untersucht seit April 2020 in ausgewählten Ländern die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Berufsbildung und den Arbeitsmarkt sowie die ergriffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Systeme.

weiterlesen
COVID-19 und Berufsbildung: GOVET im Austausch mit Ghana und Russland
Mittwoch, 28. April 2021

COVID-19 und Berufsbildung: GOVET im Austausch mit Ghana und Russland

Wie funktioniert Ausbildung unter Pandemiebedingungen? Welche Strategien haben sich Länder überlegt, um Lernlücken zu schließen? Wie wirkt sich die Pandemie auf Berufsorientierung aus? GOVET diskutierte mit Expert*innen aus Ghana und Russland und Deutschland über künftige Ansätze und Best Practises.

weiterlesen