BP:
 

Costa Rica

Costa Rica

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

  • Gemeinsame Absichtserklärung zur Berufsbildungskooperation der deutschen Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) und dem costaricanischen Ministerium für öffentliche Bildung (Ministerio de Educación Pública, MEP) vom 07.03.2022
  • Bilaterale Arbeitsgruppe seit 2019
  • Laufzeit: Langjährige Zusammenarbeit in der Berufsbildung; laufende Zusammenarbeit bereits seit 2016; Verlängerung der gemeinsamen Absichtserklärung am 07.03.2022 um 3 Jahre (07.03.2022 –  07.03.2025)
  • Ziele: Fokussierung der Kooperation auf Berufsbildung; Vertiefung der Zusammenarbeit in der Berufsbildung, Förderung des Austausches von Expert*innen im Bereich der Bildung, Unterstützung bilateraler Initiativen und Programme, Förderung der fachlichen Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausches, Durchführung gemeinsamer Workshops, Symposien und Konferenzen.

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit
  • Bedarfsorientierte Implementierung des costa-ricanischen Systems für duale Berufsbildung (Educación y Formación Técnica Profesional Dual, EFTP Dual), basierend auf dem Berufsbildungsgesetz vom August 2019
  • Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen
  • Stärkung der Rolle der Wirtschafts- und Sozialpartner
  • Standardisierung der Entwicklung von Ausbildungs- und Berufs- sowie Prüfungsstandards
  • Verbesserung der Lernortkooperation
  • Qualifizierung des Berufsbildungspersonals
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
  • Entwicklung von Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsberatung sowie Weiterentwicklung von Berufsvorbereitungsmaßnahmen
  • Verbesserung des Übergangs zwischen den Bildungseinrichtungen, der dualen Ausbildung und dem Arbeitsmarkt

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Ziel der Zusammenarbeit:
Einführung von dualen Lernangeboten im costa-ricanischen Berufsbildungssystem, Entwicklung von Auszubildenden in den Bildungseinrichtungen und Unternehmen, Deckung der Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, Förderung nachhaltiger Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Umsetzungsformate: Bilaterale Arbeitsgruppe, Technical Meetings


Lokaler Partner: Ministerium für öffentliche Bildung (Ministerio de Educación Pública, MEP)

Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2016), Erneuerung der gemeinsamen bilateralen Absichtserklärung (2019) und Verlängerung (2022)
  • Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (2019)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe (2015), Technical Meetings (seit 2018)
  • Auftrag an folgende regierungsnahe Einrichtung: GOVET/BIBB (2015)

 

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Aktuell betreibt die GIZ kein eigenständiges Berufsbildungsprogramm in Costa Rica. 

GOVET (im Auftrag des BMBF)

Ziel der Zusammenarbeit:
 Beratung der Berufsbildungskommission (Comisión Asesora y Promotora para le EFTP Dual) bei der Einführung von dualen Lernangeboten im costa-ricanischen Berufsbildungssystem, Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen, Stärkung der Rolle der Wirtschafts- und Sozialpartner, Förderung nachhaltiger Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Lokale Partner:

  • Ministerium für öffentliche Bildung (Ministerio de Educación Pública, MEP) www.mep.go.c
  • Interinstitutionelle Berufsbildungskommission (Comisión Asesora y Promotora para le EFTP Dual)
  • Nationales Ausbildungsinstitut (Instituto Nacional de Aprendizaje, INA) http://www.ina.ac.cr/

Zeitraum: 2019 - aktuell 

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutsch-Costa-ricanische Industrie und Handelskammer

Aktuell ist die AHK nicht in der Berufsbildung in Costa Rica aktiv.
 

 Deutsche Firmen / Deutsche Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung

Aktuell sind keine deutschen Unternehmen in der Berufsbildung in Costa Rica aktiv.

Wirtschaft

  • Nach Jahren des stabilen Wachstums schrumpfte das BIP als Folge der Pandemie, konnte sich 2021 aber wieder deutlich erholen. Veränderung des realen BIP zum Vorjahr: 2014: 3,5 %; 2019: 2,2 %; 2020: -4,1 %; 2021: 3,9 % (Quelle: Weltbank, GTAI)
  • In den vergangenen Jahren ist das BIP je Einwohner*in (in USD) gestiegen, befand sich im Jahr 2020 jedoch kurzfristig wieder auf dem Niveau von 2015: 2015: 11.643; 2019: 12.694; 2020: 12.140,85; 2021: 11.860 (Quelle: Weltbank, IMF)
  • Trotz hoher Staatsverschuldung und volatilem Wachstum befindet sich die Inflation auf niedrigem Niveau von 0,7 % in 2020 und 1,2 % in 2021 (Quelle: Weltbank, GTAI).
  • Wirtschaft ist weiterhin von großem Fachkräftemangel geprägt
  • In den letzten Jahren sind insbesondere Unternehmen der Medizintechnik (häufig in den Freihandelszonen) und im Bereich der IT-Servicedienstleistungen gewachsen.
  • Starke Abhängigkeit der Wirtschaft vom Tourismussektor , insbesondere für KKMU (über 6 % des BIP) (Quelle: Instituto Costarricense de Turismo (ICT)
  • Anteil des informellen Sektors am Arbeitsmarkt liegt bei etwa 45 % und ist damit einer der niedrigsten in der Region (Quelle: La Republica)
  • Costa Rica als Zentrum des Dienstleistungssektors in Mittelamerika: attraktivster Dienstleistungsstandort aufgrund von gemäßigten Lohnkosten, geografischer Lage und gutem Bildungsniveau
  • Top 5 Exportländer (2020): USA: 43,5 6%; Niederlande 7,7 %; Belgien: 5,3 %; Guatemala: 5,1 %; Panama: 4,2 % (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Exportgüter: (1) Nahrungsmittel; (2) Mess-, Prüf- und Kontrollinstrumente; (3) chemische Erzeugnisse; (4) elektrische Maschinen, Apparate, Geräte; (5) Rohstoffe (ohne Brennstoffe) (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Importländer (2020): USA: 37,4 %; China: 14,5 %; Mexiko: 6,8 %; Guatemala: 2,8 %; Deutschland: 2,6 % (Quelle: GTAI)
  • Top 5 Importgüter: (1) Chemische Erzeugnisse (Erdöl, Erdölerzeugnisse); (2) Nahrungsmittel; (3) Maschinen; (4) Petrochemie; (5) Mess- und Regeltechnik (Quelle: GTAI)

Gesellschaft

  • Einwohnerzahl (2021): 5, 1 Mio. (Quelle: Weltbank)
  • Knapp 36% der Bevölkerung ist jünger als 24 Jahre (Quelle: GTAI)
  • Anteil Stadtbevölkerung (2020): 80,1 % (Quelle: Weltbank)
  • Arbeitslosenquote ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Nachdem sie lange bei unter 10 % lag, stieg sie 2019 auf 11,9% und 2020 auf 17 %. Für 2021 wird eine Reduzierung auf 16 % erwartet (Quelle: Weltbank, GTAI).
  • Die Jugendarbeitslosenquote (15-24 Jahre) ist bereits vor der Pandemie stark angesprungen und wird als eine zentrale Herausforderung gesehen: 2005: 15,2 %; 2015: 22,7 %; 2018: 25,9 %; 2019: 31,8 %; 2021: 32,5 % bei Männern und 43,7 % bei Frauen (Quelle: Weltbank, OECD)
  • Vorreiterrolle unter den Schwellenländern der Umgebung; costa-ricanische Kultur mit starker Tradition des Friedens, der Demokratie und der Achtung der Menschenrechte
  • „Pura Vida“: Seit seiner Gründung 2009 belegte Costa Rica kontinuierlich den ersten Platz des Happy Planet Index' (HPI). Der Index umfasst Werte für Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung sowie den "ökologischen Fußabdruck".
  • Costa Rica als „Ökoparadies“, v. a. in Form von Naturschutz, nachhaltigem Tourismus, ökologischer Landwirtschaft und Biodiversität. Der Strombedarf des Landes deckt sich fast vollständig aus regenerativen Energiequellen.
  • Strukturelle Defizite in den folgenden Bereichen: niedriges Produktivitätswachstum, hohe Jugendarbeitslosigkeit, erhebliche Defizite bezüglich Infrastruktur und Nahverkehr, Abfallbeseitigung und weit verbreitete Informalität

Staat

  • Starke Sozialgesetzgebung, politische Stabilität (Costa Rica gilt als „Schweiz Mittelamerikas“) und relative Verteilungsgerechtigkeit
  • Besonderheiten im regionalen und subregionalen Kontext: funktionierender Rechtsstaat, Gewaltverzicht und Friedenstradition sowie ein verhältnismäßig hoher Entwicklungsstand
  • Investitionen in Bildung und Gesundheit sind eine der obstersten Prioritäten
  • Ausgaben für Forschung und Entwicklung des BIP: 2010: 0,5 %; 2015: 0,4 %; 2017: 0,4 %
  • 97 % des Stroms in Costa Rica stammt aus erneuerbaren Energien (v. a. Wasserkraft, Geothermie, Windkraft)
  • Seit Abschaffung der Streitkräfte durch die Verfassung von 1949 wird der bis dahin für das Militär ausgegebene Betrag (rund 6 % des BIP) für Schule und Ausbildung bereitgestellt
  • Knapp 89 % aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen besuchen staatliche Schulen und haben damit einen kostenlosen Zugang zu Bildung.

Berufsbildungssystem

  • Das allgemeine Schulsystem wird nach elf Schuljahren abgeschlossen. Bis zur neunten Klasse sind es allgemeinbildende Schulen, danach folgt wahlweise der Übergang in den technischen Zweig (Colegio Técnico) oder den allgemein-humanistischen Zweig einer Bildungseinrichtung bis zur 11./12. Klasse und dem Erlangen der Hochschulzugangsberechtigung. 
  • Es gibt fünf staatliche und etwa 59 private Universitäten in Costa Rica, ebenso 6 para-universitäre Einrichtungen, die zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung angesiedelt sind.
  • Alternativ können die Bildungsprogramme des Nationalen Berufsbildungsinstituts (Instituto Nacional de Aprendizaje, INA) besucht werden. Diese Angebote sind zum Teil im sogenannten nicht-formalen Bereich angesiedelt, sind aber am Nationalen Qualifikationsrahmen (Marco Nacional de Cualificaciones) ausgerichtet. Ziel der Ausbildung am INA ist die Befähigung zur Arbeitsaufnahme.
  • Seit Ende 2021 bietet das INA das erste Programm im Rahmen der EFTP Dual (Educación y Formación Técnica Profesional Dual) an, bei der nach deutschem Vorbild dual ausgebildet wird (Fachrichtung: industrielle Wartung und Instandhaltung; mantenimiento industrial). Seit Anfang 2022 bietet auch das das Bildungsministerium seine ersten Kurse mit Unternehmen und den technischen Berufsschulen (Colegios Técnicos) an (Fachrichtungen Industrieelektronik und Web-Design; electrónica industrial und desarrollo web).
  • Die klassische Berufsausbildung, sowohl im formalen als auch im nicht-formalen Bereich, erfolgt überwiegend in (Berufs-)Schulen.

Herausforderung für die Berufsbildung:

  • Matching zwischen Fachkräftebedarf der Wirtschaft und Ausbildung durch Reform des Berufsbildungssystems herbeizuführen.

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