Studienbesuch aus Israel: Unternehmer der Bau- und Holzbranche lernt vom deutschen Berufsbildungssystem
Der israelische Architekt und Unternehmer Guy Haberfeld besuchte im Februar 2026 zusammen mit seinem Kollegen Rotem Abramov die Städte Köln und Bonn im Rahmen des Deutsch-Israelischen Programms, um mehr über das deutsche System der beruflichen Bildung und dessen Bedeutung für die Bau- und Holzbranche in Israel zu erfahren.
Der Besuch begann am Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer zu Köln (HWK). In einem Gespräch mit Richard Draga, stellvertretender Leiter des Trainingscampus und Leiter der Gesellenprüfungsabteilung, standen Themen wie Prüfungen, die Zusammenarbeit mit Unternehmen und die Weiterbildung zum „Meister“ im Mittelpunkt.
Ein besonderer Höhepunkt war die Begegnung mit Auszubildenden in den Holzwerkstätten. Beide Unternehmer zeigten sich sehr beeindruckt von den technischen Fähigkeiten und der Professionalität der jungen Menschen. Auch das Engagement der Ausbilderinnen und Ausbilder hob Haberfeld besonders hervor: Wie sie die Lernenden intensiv begleiten und damit die hohe Qualität des dualen Ausbildungssystems sichtbar machen.
Unternehmertum und Holzbau
Haberfeld ist Gründer von E.Z.A. Trade & Industry Ltd, einem der führenden Unternehmen im Bereich Holzbau in Israel. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt er sich mit der Planung, dem Import und der Umsetzung moderner holzbasierter Bausysteme und verbindet dabei architektonische Planung mit praktischer Bauerfahrung.
Seine aktuelle Initiative zielt darauf ab, eine strukturierte berufliche Ausbildung im Holzbau in Israel zu entwickeln, inspiriert vom deutschen dualen Ausbildungssystem und in Zusammenarbeit mit dem Israeli College for Timber Construction.
In der beruflichen Praxis arbeiten jüdische und arabische Fachkräfte selbstverständlich zusammen – im Familienbetrieb, auf der Baustelle, im Handwerk. Nicht die Herkunft verbindet, sondern die Leidenschaft für das Bauen und das gemeinsame Lernen.
Guy Haberfeld
Austausch zur Struktur der Berufsbildung
Nach dem Besuch in Köln ging es nach Bonn zum Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Dort trafen sie sich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts zu einem Brown-Bag-Talk. Die beiden Unternehmer berichteten von ihrer Arbeit und der aktuellen Lage in der Region.
Die Struktur und Ordnung der Holzberufe war Thema des Austauschs mit Daniel Schreiber, vom BIBB. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie neue Ausbildungsberufe und Ausbildungsordnungen entwickelt und modernisiert werden, und wie Unternehmen betriebliche Ausbildungsprogramme beispielsweise im Bereich Zimmerei oder Holzbau aufbauen können.
Für Guy Haberfeld war der Austausch eine wichtige Inspiration. Als Nächstes will er die Ausbildungsangebote im Holzbau in Israel weiterentwickeln und die Verbindung zwischen Unternehmertum, Handwerk und beruflicher Bildung stärken. Das Israel-Programm wird Haberfeld weiter in seinen Planungen, ein Ausbildungsbetrieb zu werden, begleiten.