BP:
 
1969
1969

1969

Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung wird von Ministerien beider Länder initiiert.

1976
1976

1976

Die erste Fachinformationsreise (später: Studienreise) wird angeboten. Die Zahl der Teilnehmenden steigt.

1979
1979

1979

Die beteiligten Ministerien beginnen, Konferenzen und Seminare zu zentralen Themen der Berufsbildung durchzuführen.

1999
1999

1999

Das erste bilaterale Kooperationsprojekt nimmt seine Arbeit auf.

2012
2012

2012

Erstmals bietet das Programm Auszubildenden die Möglichkeit, einen beruflichen Lernaufenthalt im Partnerland zu absolvieren.

2019
2019

2019

Das Programm feiert sein 50-jähriges Jubiläum mit Festakten in Berlin und Jerusalem.

Lernaufenthalte für Auszubildende

Seit 2012 bietet das Deutsch- Israelische Programm in der Berufsbildung Lernaufenthalte für junge Auszubildende aus Deutschland und Israel an. Seitdem haben zahlreiche Austausche in unterschiedlichen Berufen zwischen den Ländern stattgefunden bei denen die Auszubildenden nicht nur ihre beruflichen Kenntnisse erweitern konnten sondern auch wichtige Einblicke in die Kultur das Partnerlandes gewonnen haben. 

Neue Horizonte eröffnen

Neue Horizonte eröffnen

„Die wichtigste Idee hinter den Lernaufenthalten für Auszubildende ist, dass wir den jungen Menschen aus beiden Ländern neue Horizonte eröffnen wollen“, berichtet Monika Schmidt, die von 2001 bis 2013 das Deutsch-Israelische Programm betreut und den ersten Lernaufenthalt für Auszubildende 2012 begleitet hat. „Natürlich geht es auch um das fachliche Lernen – aber das Herzstück dieser Aktivität war für mich immer, dass sich die Auszubildenden persönlich weiterentwickeln und eine andere Kultur kennenlernen können.“ Moshe Katz, ehemals israelisches Ministerium für Arbeit, jetzt im Ruhestand, hat den Auszubildendenaustausch gemeinsam mit Monika Schmidt initiiert. Ihm war der Lernaufenthalt für Auszubildende immer ein großes Anliegen. „Beim fachlichen und kulturellen Austausch geht es darum, dass wir heute eine freundschaftliche Begegnung für junge Israelis und Deutsche ermöglichen. Das ist im Kontext unserer Geschichte von großer Bedeutung.“ Dass Katz dieser Aspekt auch persönlich sehr am Herzen liegt, hängt mit seiner eigenen Familiengeschichte zusammen: er ist der Sohn von zwei Holocaustüberlebenden.

Moshe Katz, ehemalig israelisches Ministerium für Arbeit

Moshe Katz, ehemalig israelisches Ministerium für Arbeit

über die Bedeutung der Deutsch-Israelischen Austausche

„Nie wieder darf so etwas geschehen – weder in Deutschland, Israel noch sonst irgendwo auf der Welt. Deswegen sind internationale Programme und Austauschprojekte wie unseres so wichtig.“

Teilnehmende erzählen

Sarah Kreft, Teilnehmerin am Lernaufenthalt 2018

„Durch den Lernaufenthalt in Israel gehe ich mit ganz anderen Augen durch die Welt. Nicht nur kulinarisch hat sich mein Bild verändert, sondern auch was das Maß an Toleranz und Ak-zeptanz anbelangt. Man darf nie aufhören, sich weiterzuentwickeln und zu experimentieren.“

Kristin Brinkhege, Teilnehmerin am Lernaufenthalt 2018

„Für mich war der Lernaufenthalt in Israel ganz besonders. Das Programm wurde mit viel Herz geplant und ausgeführt. Nicht nur fachlich, sondern auch kulturell haben wir einiges geboten bekommen. Die Liebe zum Kochen und Backen hat uns mit den Menschen vor Ort zusammengebracht, die ihr Wissen gerne an uns weitergegeben haben. Ich werde die tollen Erfahrungen nie vergessen.“

Phillip-Marcel Michaelis, Teilnehmer am Lernaufenthalt 2017

„Durch den Lernaufenthalt in Israel hat sich mir eine ganz neue Welt offenbart. Durch diese Reise habe ich nicht nur handwerklich, sondern auch menschlich unglaublich viel dazugelernt. Wir wurden so freundlich in Eilat, Jerusalem und Tel Aviv aufgenommen. Die Gastfreundlichkeit und das gesamte Miteinander hat mich so fasziniert, dass es meine Sicht auf viele Aspekte grundlegend verändert hat.“

Seit Beginn der Aktivität ...

... wurden zahleiche Lernaufenthalte für Auszubildende durchgeführt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Berufsbereichen der Bäcker und Köche. „Es hat sich gezeigt, dass insbesondere bei den Köchen die kulinarische Vielfalt die eigene Kreativität anregt und ein Blick über den Tellerrand ein großes Plus im Beruf ist“, erzählt Katz. „Das macht uns kulinarisch nur noch besser, das merken wir auch in Israel. Unsere Küche ist inzwischen berühmt – das haben wir auch den unterschiedlichen Einflüssen aus zahlreichen Esskulturen zu verdanken.“
 
Moshe Katz war selber ausgebildeter Koch und hat eine israelische Gruppe bei einem Lernaufenthalt in Deutschland begleitet. „Mich hat ein Erlebnis besonders bewegt: mit den Auszubildenden im Bereich ‚Culinary Arts‘ haben wir neben dem Fachprogramm auch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald besucht. Die Gruppe bestand aus Juden, Muslimen und Christen – gemeinsam haben wir nach der geführten Tour der Ermordeten der Shoah gedacht. Für mich war das der emotionalste Moment, seitdem ich im Programm bin. Hier hat sich. für mich ein Kreis geschlossen.“ 
 
Bis heute ist ein wichtiger Teil des Programms der Besuch von Gedenkstätten in beiden Ländern. „Auch das gehört dazu, um den Horizont der jungen Menschen zu erweitern. Wir müssen das Gedenken in den jungen Generationen hochhalten – das ist immer ein wichtiger Auftrag in der deutsch-israelischen Zusammenarbeit“, schließt Monika Schmidt.